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Ihr wollt aktiv werden an eurer Hochschule, Fakultät oder in eurem Fachbereich? Es gibt kritische Köpfe, aber keine Strukturen, die den Mittelbau und eure Positionen adäquat vertreten? Ihr wollt selbst für bessere Arbeits-, Studien- und Lehrbedingungen eintreten?

Es gibt keine Patentlösung, aber mit unserer „Kurzanleitung“ für die Gründung einer lokalen Mittelbau-Initiative geben Tipps und Hinweise aus der praktischen Erfahrung, dem Feld politischen Organisings und Materialien für erste inhaltliche Debatten.

Lest rein und los geht’s!

(more…)

Die Vertretungen der abhängig beschäftigten Wissenschaftler:innen, der studentischen Beschäftigten und der Studierenden weisen darauf hin, dass der Referentenentwurf die grundlegenden, teilweise durch das WissZeitVG selbst geschaffenen Probleme der Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft nicht zu lösen verspricht. Im Bündnis mit 14 weiteren Organisationen haben wir Forderungen für eine gute WissZeitVG-Novelle formuliert.

Stellungnahme des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) zum Referentenentwurf des BMBF für das WissZeitVG (03.07.2023)

Der Referentenentwurf hat die Forderungen der Arbeitgeberseite aufgenommen und die Argumente der abhängig beschäftigten Wissenschaftler:innen ignoriert. Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen die Erlaubnis behalten, Arbeitskräfte für lange Zeit nach Belieben zu befristen; die Unsicherheit wird weiterhin häufig bis ins fünfte Lebensjahrzehnt bestehen. Positive Ansätze wie Mindestvertragslaufzeiten für Promovierende und studentische Beschäftigte greifen zu kurz. Der Referentenentwurf zementiert und normalisiert den regelmäßigen Verlust von Wissen und Kompetenzen. Dies schadet der Bildung und der Wissenschaft in Deutschland.

1. Die Vertragsdauer in der Promotionsphase muss der faktischen Promotionszeit entsprechen.

Der Referentenentwurf geht einen Schritt in die richtige Richtung, indem Soll-Werte für die Erstverträge in der Promotionsphase (3 Jahre) und die PostDoc-Phase (2 Jahre) formuliert werden. Allerdings beträgt die durchschnittliche Promotionszeit 5,7 Jahre (ohne Medizin). Um Promotionsabbrüche und den Verlust von wertvoller Forschungsarbeit zu verhindern, muss die Vertragslaufzeit 6 Jahre betragen. Promovierende müssen von der Exposé-Erstellung bis zur Verteidigung und Veröffentlichung finanziell abgesichert sein. Über ihre Eignung können Vorgesetzte in der regulären 6-monatigen Probezeit entscheiden.

2. Mit der Promotion ist die wissenschaftliche Qualifizierung abgeschlossen.

Im Referentenentwurf wird der Qualifizierungsbefristung Vorrang eingeräumt. Die damit verbundene Anerkennung von Sorgezeiten u.ä. ist zu begrüßen, doch der Qualifizierungsbegriff wird offenkundig missbraucht. Promovierte, eigenständige Wissenschaftler*innen werden entmündigt, indem man ihnen immer weitere ‚Qualifikationen‘ abverlangt. Wissenschaftliche Leistungen nach der Promotion, die ggf. auch über Berufungen entscheiden, können und müssen im Rahmen von Dauerstellen erbracht werden.

3. Die Vorlage widerspricht dem Koalitionsvertrag: Sie schafft keinen Anreiz für Dauerstellen.

Die Regierungsparteien haben sich mit dem Koalitionsvertrag verpflichtet, die Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft zu verbessern, besonders durch verlässliche Perspektiven nach der Promotion. Der Entwurf gestattet den Hochschulen hingegen weiterhin, die Arbeitskraft promovierter Wissenschaftler:innen auszunutzen, ohne ihnen verbindliche Perspektiven zu bieten. Im Gegenzug schafft er Druck, bereits innerhalb von vier Jahren eine der wenigen Dauerstellen bzw. Stellen mit Anschlusszusage zu ergattern. Dies fördert soziale Ungleichheit: Frauen, Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus, mit Behinderungen und aus nicht-akademischen Elternhäusern werden strukturell noch stärker benachteiligt sein als bisher. Eine Lösung bieten Dauerstellen und Verträge mit Anschlusszusage direkt nach der Promotion. Um sie wirksam voranzutreiben, soll die Novelle auch eine Befristungshöchstquote festschreiben. Unsere eigenen Berechnungen ergeben eine Höchstquote von 35% (exklusive Professuren); der Übergang dorthin kann schrittweise erfolgen.

4. Ein WissZeitVG ohne klare Karrierepfade ist europarechtswidrig.

Das bisherige WissZeitVG legalisiert de facto eine endlose Befristung und ist deshalb nicht vereinbar mit der „EU-Kettenbefristungsrichtlinie“ RL 1999/70/EG. Eine Novelle wäre nur dann EU-rechtskonform, wenn klare Karrierewege im Sinne einer realistischen Entfristungsperspektive nach der Promotion eröffnet werden (Link).

5. Wir brauchen eine Normalisierung des Arbeitsmarktes und die Abschaffung der Tarifsperre.

Liebe Mitstreiter*innen der #AktionswocheWissenschaft,

hinter uns liegt eine kraftvolle, erfolgreiche und stellenweise auch kräftezehrende #AktionswocheWissenschaft! Gemeinsam haben wir gezeigt, dass wir im Verbund von studentischen Beschäftigten, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, wissenschaftsstützendem Personal und vielen solidarischen Unterstützer*innen stark sind und unserem Protest gegen schlechte Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft lautstark, kreativ und öffentlichkeitswirksam Ausdruck verleihen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken, die dabei waren, Aktionen geplant, umgesetzt und daran teilgenommen haben und auch im Hintergrund zum erfolgreichen Gelingen der #AktionswocheWissenschaft beigetragen haben. Ihr seid großartig! Mit eurem Einsatz habt ihr eindrucksvoll gezeigt, dass der Protest über unterschiedliche Statusgruppen hinweg funktioniert und wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Denn gemeinsam sind wir stärker!

Lokal und bundesweit: Vernetzung & kreativer Protest für gute Arbeit in der Wissenschaft

Mit über 100 Teilnehmer*innen und sieben Speaker*innen war unsere Auftakt-Rally zu Beginn der Aktionswoche ein voller Erfolg: Von der studentischen Beschäftigten über den Mitarbeiter in Technik und Verwaltung bis hin zur Juniorprofessorin gaben uns Beschäftigte aus verschiedensten Bereiche Einblicke in die Umstände ihrer Arbeitsverhältnisse und forderten ein Ende prekärer Arbeit in der Wissenschaft.

Bei unserer Abschlussveranstaltung zum Ende der Aktionswoche konnten wir auf einen bunten Strauß an Events zurückblicken: An über 30 Hochschulstandorten fanden lokale Aktionen statt; die Bandbreite reichte von Fotoaktionen, Workshops und Infoständen über Kundgebungen, Personalversammlungen und Public Viewing-Events bis hin zu kreativen Aktionsformen wie zum Beispiel einem „Hanna ärgere dich nicht“-Spiel, einem Stellenglücksrad und vielem mehr.

Nach der Aktionswoche ist vor der Aktionswoche

Lasst uns diesen Schwung über die Sommermonate hinaus ins kommende Wintersemester mitnehmen. Denn uns steht ein heißer Herbst bevor: Mitte September startet die Tarifrunde der Länder und nachdem die TVStud-Bewegung die vergangenen Jahre mobilisiert und politisch Druck aufgebaut hat, sind die Chancen, endlich auch einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte zu erstreiten, historisch gut. Nach der Sommerpause kommt außerdem der Referent*innenentwurf des BMBF zur WissZeitVG-Novelle in den Bundestag. Wir bleiben dran und werden den parlamentarischen Prozess kritisch begleiten und uns auch weiterhin für gute Promotionsbedingungen und eine Postdoc-Phase mit Dauerperspektive einsetzen.

Ihr plant bereits weitere Aktionen? Dann tragt sie gerne in unser Pad zur Sammlung von Follow up-Veranstaltungen zur Aktionswoche ein: https://cryptpad.fr/pad/#/2/pad/edit/8ucgjhtYyrdIOENCKmoqCrZ0/

In unserem Ressourcen-Pool findet ihr auch weiterhin Material und Inspirationen für Aktionen gegen schlechte Arbeit in der Wissenschaft: https://mittelbau.net/aktionswochewissenschaft/

Bleibt aktiv, sprecht eure Kolleg*innen an & organisiert euch gemeinsam – in den Gewerkschaften, in Mittelbauinitiativen und politischen (Hochschul-)Gruppen!

Eure BdWi, fzs, GEW, N², NGAWiss, Respect Science, TVStud und ver.di

The action week (12-16 June) is approaching fasst. Together we want to send a strong sign of solidarity for a worker-friendly science system. All important dates and inspiration as well as materials for your local action can be found on our action page.

Die Aktionswoche (12.-16. Juni) rückt rasant näher. Gemeinsam wollen wir ein starkes Zeichen der Solidarität für ein arbeitnehmer*innenfreundliches Wissenschaftssystem setzen. Alle wichtigen Termine und Inspiration sowie Materialvorlagen für Eure lokale Aktion findet Ihr auf unserer Aktionsseite.

– english version below –

Liebe Freund:innen und Aktive des „Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft“, liebe gewerkschaftlich aktive Wissenschaftler:innen,

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in wissenschaftspolitisch bewegten Zeiten laden wir Euch zum Bundesweiten Netzwerktreffen (BNT des NGAWiss) ein, das wir auch in diesem Jahr gemeinsam mit GEW und ver.di ausrichten. Kommt dazu am 16. und 17. Juni nach Berlin!

Ziel ist es, uns gegenseitig auf den Stand der hochschulpolitischen Aktivitäten zu bringen und Strategien für die kommenden Monate rund um das WissZeitVG zu entwickeln.

Was erwartet euch?

  • Fr 16. Juni ab 19:00 | Kennenlernen gemeinsames Abendessen im Brauhaus Südstern (Hasenheide 69)
  • Sa 17. Juni 9:00-17:30 Strategie- und Organisierungstreffen in den Räumen des DGB Berlin zu den Themen:
    • WissZeitVG
    • Grundfinanzierung & #StopTheCuts
    • Organisierung (1×1 der Mobilisierung/lokale Aktionen)
  • Sa 17. Juni ab 18 Uhr: Schließt Euch den dezentralen Protestaktionen der Berliner Mittelbauinitiativen im Rahmen der langen Nacht der Wissenschaften an, Details folgen vor Ort

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Warum solltet ihr trotz vollem Terminkalender kommen?

Der Kampf um einen Systemwandel im deutschen Hochschul- und Forschungssystem ist in vollem Gange. Seit zwei Jahren trenden #IchbinHanna und #IchbinReyhan pausenlos auf Twitter – doch die versprochene Reform des WissZeitVG läuft Gefahr, unsere Arbeitsbedingungen weiter zu verschlechtern. Auch wenn Befristungen nach WissZeitVG das derzeit am heißesten umkämpfte Thema sind, ist klar: Eine Reform des WissZeitVG kann nur der Anfang sein. Wir haben als NGAWiss gemeinsam mit GEW und ver.di sowie weiteren Verbündeten bereits starke Forderungen für ein besseres WissZeitVG entwickelt. Diese Forderungen, das machten die letzten Wochen deutlich, werden nur dann Gehör finden, wenn wir politischen Druck erzeugen können und uns jetzt organisieren und gut vernetzen.

  • Ort (Samstag): DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), Keithstraße 1, 10787 Berlin
  • Anmeldung ab sofort und bis 5. Juni: mail@mittelbau.net
    • Betreff: Anmeldung BNT
    • Bitte gebt bei eurer Anmeldung an, ob ihr am Abendessen Fr 16.6. dabei seid

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Wissenschaftler:innen, die in Mitgliedsinitiativen oder gewerkschaftlich organisiert sind, sind ebenso willkommen wie interessierte Einzelpersonen.

Wir freuen Euch auf Euer zahlreiches Kommen!

Solidarische Grüße, auf in einen wissenschaftspolitisch fulminanten Sommer!
NGAWiss, GEW und ver.di

        ver.di – Logos

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Dear colleagues, friends, and activists,

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in these turbulent times for higher education policy, we invite you to the Federal meeting of education workers hosted by NGAWiss, GEW & ver.di!

Come to Berlin on June 16th and 17th!

Our plan is to bring each other up to speed on current developments in higher education policy, and develop strategies for the coming months to improve working conditions in German academia.

What’s in store for you?

  • Fri 16 June, 7pm onwards | Meet and Greet dinner at Brauhaus Südstern (Hasenheide 69)
  • Sat 17 June 9am – 5:30pm | Strategy and organizing meeting at the DGB Berlin on the topics:
    • WissZeitVG
    • Basic funding & #StopTheCuts
    • Organizing (Organizing 101/local actions)
  • Sat 17 June 18:00 onwards | Join the decentralized protest actions of the Berlin-based activists as part of the Long Night of the Sciences, details to follow on site

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Why should you come despite your busy schedule?

The struggle for systemic change in the German higher education and research system is in full swing. For two years, #IchbinHanna and #IchbinReyhan have been trending non-stop on Twitter – but the promised reform of the WissZeitVG runs the risk of further worsening our working conditions. Even if fixed-term contracts under the WissZeitVG are currently the most hotly contested topic, it is clear that a reform of the WissZeitVG can only be the beginning. As NGAWiss, we have already developed strong demands for a better WissZeitVG together with GEW and ver.di as well as other allies. These demands, as the last few weeks have made clear, will only be heard if we can generate political pressure and organize ourselves.

  • Venue (Saturday): DGB (German Trade Union Confederation), Keithstraße 1, 10787 Berlin.
  • Registration:
    • please email us directly resp. by 5 June at mail@mittelbau.net
    • please include “Registration BNT” as your subject and indicate, whether you will join dinner on Friday evening, June 16th

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Everyone is welcome, whether you are an individual or a member of an organized network/union!

We look forward to seeing you there!

Greetings in solidarity,

NGAWiss, GEW and ver.di