Die Bayreuther Bankrotterklärung

Stellungnahme des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft zur “Bayreuther Erklärung” der Uni-Kanzler*innen

Die Vertretung des Mittelbaus widerspricht den Kanzler*innen der Universitäten und ihrer Bayreuther Erklärung, die sich für den Erhalt der gegenwärtigen Befristungsexzesse einsetzt. Arbeit an Hochschulen ist keine vorübergehende Qualifizierung. Gute Arbeit setzt vernünftige Beschäftigungsperspektiven voraus. In ihrer Ignoranz gegenüber den Folgen der herrschenden Befristungspraxis für Beschäftigte und die Wissenschaft zeigt die Erklärung, dass mehr fehlt als Geld – sie ist eine Bankrotterklärung.  Die Bayreuther Bankrotterklärung weiterlesen

Weshalb wir uns um eine Gefälligkeitsevaluation des Wissenschaftszeitvertrags-Gesetzes nicht bewerben

Offener Brief des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) an die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek

6.6.2019

Sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrte Damen und Herren,

mit Interesse haben wir zur Kenntnis genommen, dass das BMBF die gesetzlich für 2020 vor­gesehene Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) nun ausgeschrie­ben hat. Da wir im Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft seit mehreren Jahren Infor­mationen und Erfahrungsberichte zur Lage der befristet Beschäftigten an den deutschen Hochschulen sammeln und die Auswirkungen des WissZeitVG bereits länger kritisch be­obachten, hätten wir gerne die Chance genutzt, unsere Aufklärungsarbeit mit Ihrer Unterstüt­zung und zu beiderseitigem Nutzen solide finanziert fortzusetzen. Da sich zudem die Erkennt­nisse der ersten Evaluation des WissZeitVG in Grenzen halten und auch weitere Studien nur blasse Weshalb wir uns um eine Gefälligkeitsevaluation des Wissenschaftszeitvertrags-Gesetzes nicht bewerben weiterlesen

Video: Jetzt aktiv werden! In den Ländern für Entfristung kämpfen

Am 3.5.2019 hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern über 3 Wissenschaftspakte entschieden. Der „Hochschulpakt“ wird vom „Zukunftspakt Studium und Lehre stärken“ abgelöst und die Mittel werden verstetigt.
Wie werden die Länder diese Mittel einsetzen? Werden sie die Chance nutzen, die verstetigten Mittel als Grundhaushalt aufzunehmen und davon entfristete Stellen mit vernünftigem Lehrdeputat zu schaffen?

Ihr seid gefragt!

  • Sprecht an Euren Hochschulen über die Vergabe der Personalmittel!
  • Macht Euch für konkrete udn verbindliche  Entfristungsvereinbarungen in den Verträgen stark!
  • Dauerstellen sind jetzt möglich!

Zur Pressemitteilung Frist noch immer Frust (6.6.2019)

Das Bündnis “Frist ist Frust” wird getragen von:

Frist noch immer Frust. Politik bleibt Plan gegen Befristung schuldig

Presseinformation anlässlich des Treffens der Regierungschef*innen des Bundes und der Länder – dringend weitere Anstrengungen für Entfristung im Rahmen der Wissenschaftspakte nötig.

6.6.2019

Am Thema Entfristung kommt die Hochschulpolitik nicht mehr vorbei, doch in den neuen Wissenschaftspakten steht dazu nichts Verbindliches. Besonders frustrierend aus Sicht der Beschäftigten ist, dass die nun dauerhaft fließenden Mittel des Zukunftsvertrags nicht klar auf die Schaffung von Dauerstellen hin konditioniert werden. Diese einmalige Chance wurde vertan. Darüber hinaus werden die Mittel für den Pakt “Innovation in der Hochschullehre” (bisher: Qualitätspakt Lehre) sogar um 25 Prozent Frist noch immer Frust. Politik bleibt Plan gegen Befristung schuldig weiterlesen

Die neuen Pakte sind da. Entfristungsoffensive – (noch) Fehlanzeige

Die drei Pakte

Am Freitag, 3. Mai 2019, hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) drei „Pakte“ zur Sonderfinanzierung von Lehre und Forschung beschlossen:

  • Der Hochschulpakt, der seit 2007 zur Finanzierung zusätzlicher Studienplätze geschlossen dient, heißt jetzt: Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken (ZSL) und wird auf Dauer gestellt. Von 2021 bis 2023 fließen jährlich 3,8 Milliarden Euro hälftig finanziert von Bund und Ländern. Diese Summe wird ab 2024 auf jährlich 4,1 Milliarden Euro erhöht und soll 2027 neu verhandelt werden.
  • Der Qualitätspakt Lehre heißt jetzt Innovation in der Hochschullehre und wird ebenfalls auf Dauer gestellt. Die Mittel werden von 200 auf 150 Millionen Euro pro Jahr gesenkt. Es soll eine neue unabhängige, aber organisatorisch unselbständige Organisationeinheit zur Förderung der Lehre und Vergabe der Mittel gegründet werden.
  • Beim Pakt für Forschung und Innovation, der zur Finanzierung der vier außeruniversitären Forschungsinstitute und der DFG geschlossen wurde, wird die bereits bestehende jährliche Steigerung von 3 Prozent bis 2030 fortgeschrieben.

Zukunftsvertrag: Verhandlungsprobleme und Vergabekriterien

Mit der Kampagne Frist ist Frust und den über 15.000 Unterschriften für die gleichnamige Petition ist uns in den letzten beiden Verhandlungsmonaten ein Teilerfolg gelungen: Die neuen Pakte sind da. Entfristungsoffensive – (noch) Fehlanzeige weiterlesen

Informationen und Daten zur Lage des Mittelbaus

Die Informationslage zur Situation des Mittelbaus oder ‚wissenschaftlichen Nachwuchses‘ an Hochschulen hat sich – anders als diese Lage selbst – in den letzten Jahren spürbar verbessert, ist aber weiter uneinheitlich und z.T. oberflächlich. Um eine bessere Übersicht und selektive Vertiefung zu ermöglichen, stellt diese Seite drei Ressourcen bereit:

  1. Eine Liste wichtiger Überblickspublikationen
  2. Eine zusammenfassende Präsentation und Interpretation zentraler Daten
  3. Ein Instrument zur eigenen Recherche: Die Auswertung kleiner und großer Anfragen aus den Landtagen der deutschen Bundesländer

Die Ressourcen 1 und 2 lassen sich unmittelbar nutzen; das Instrument 3 besteht aus zum Download bereitgestellten Tabellen und einer Erläuterung. Informationen und Daten zur Lage des Mittelbaus weiterlesen

Pressemitteilung 2. Mai 2019 – NGAWiss, GEW und ver.di: „Schluss mit der Befristungspraxis – Mittel des Hochschulpaktes müssen für Dauerstellen eingesetzt werden“

Berlin – Dauerbefristete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschulen protestieren heute in Berlin vor dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für ein Ende dieser prekären Anstellungspraxis. Unter dem Motto „Wir haben nichts zu verlieren als unsere Kettenverträge“ bilden sie eine Menschenkette und fordern, die Mittel des Hochschulpakts künftig vollständig und verbindlich für zusätzliche Dauerstellen mit fairem Lehrdeputat einzusetzen. Pressemitteilung 2. Mai 2019 – NGAWiss, GEW und ver.di: „Schluss mit der Befristungspraxis – Mittel des Hochschulpaktes müssen für Dauerstellen eingesetzt werden“ weiterlesen

PM: „Heraus auch zum 2. Mai – damit der Hochschulpakt ein Entfristungspakt wird!“

Einladung zur Protestaktion am Vortag der Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz vor dem Berliner Dienstsitz des BMBF am 2. Mai

Wer:                   Aktionsbündnis „Frist ist Frust“, getragen vom Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

Wann:               Donnerstag, 2. Mai 2019, 13.30 – 15.00 Uhr

Wo:                    vor dem Berliner Sitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF), Kapelle-Ufer 1, 11055 Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

93 Prozent des sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchses an deutschen Hochschulen sind befristet beschäftigt. Auch unter den nicht wissenschaftlich Beschäftigten an deutschen Hochschulen wächst die Befristungsquote. Der Ärger der Beschäftigten über diesen unhaltbaren Zustand wächst. Deshalb fordert das Aktionsbündnis „Frist ist Frust“, getragen von der GEW, ver.di und dem Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft, dass die in Zukunft unbefristet zur Verfügung stehenden Mittel des neuen Hochschulpakts vollständig und verbindlich für zusätzliche Dauerstellen mit fairem Lehrdeputat eingesetzt werden.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, ruft das Bündnis am 2. Mai um 13.30 Uhr zu einer Protestaktion vor dem Berliner Dienstsitz des BMBF auf. Hier treffen sich die Verhandlungsführerinnen und Verhandlungsführer von Bund und Ländern, um die Entscheidung über die Vergabekriterien des Hochschulpakts für die entscheidende Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz am 3. Mai vorzubereiten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung.

Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihr Kommen!

Hemmungslose Drittmittelraffgier – Stellungnahme

Stellungnahme zur professoralen Aneignung von wissenschaftlicher Expertise

Das derzeitige System des Hahnenkampfes um Drittmittel und der prekarisierten Personalpolitik – bzw. des Mangels jeder vernünftigen Personalplanung – führt zu bedenklichen Auswüchsen. Selbst größere Forschungsanträge werden im derzeitigen akademischen Betrieb häufig von Personen verfasst, die aktuell nicht fest angestellt sind; teilweise wird ihnen eine Anstellung im Erfolgsfall als Karotte für die Eselsarbeit versprochen. In Fachkreisen viel diskutiert wird derzeit ein Fall von Wissensenteignung für einen großen und erfolgreichen Forschungsantrag, der einer Universität viel Geld und Renommee eingebracht hat (vgl. Valentin Groebner, Akademische Größenverhältnisse: Ein Zettelkasten, Merkur 73 (838), 2019). Dieser ist unter anderem angesichts der hohen Fördersumme einerseits besonders empörend, andererseits nur einer von vielen und verrät einiges über die grundlegenden Strukturen des deutschen Hochschulsystems. Hemmungslose Drittmittelraffgier – Stellungnahme weiterlesen

Heraus zum 2. Mai! – Kundgebung 13:30 BMBF

Heraus zum 2. Mai – damit der Hochschulpakt ein Entfristungspakt wird! 
Aufruf zur Kundgebung am Vortag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK)
 
Bund und Länder wollen den Hochschulpakt verstetigen. Mit diesem „Pakt“ zwischen Bund und Ländern fließen jährlich über zwei Milliarden Euro ins Hochschulsystem – und der Bund sagt zu, sich an der Finanzierung von Hochschullehre zu beteiligen. Durch diesen endgültigen Einstieg des Bunds in die Hochschulfinanzierung fallen endlich einige Ausflüchte weg, die prekäre Beschäftigung im sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchs unangetastet zu lassen – Dauerstellen für die Daueraufgaben in Lehre und Forschung sind jetzt konkret möglich! Wir fordern, die Mittel des neuen Hochschulpakts vollständig und verbindlich für neue entfristete Stellen mit fairem Lehrdeputat einzusetzen.
 
Am 2. Mai treffen sich die Ministerpräsident*innen der Länder zum ‚Kamingespräch‘, um die letzten Vereinbarungen zur Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz zu treffen. Dies ist (vor der engültigen Entscheidung am 3. Mai) auch unsere letzte Chance, ihnen deutlich zu machen, dass der neue Hochschulpakt zum Aufbruch aus der Befristungsmisere genutzt werden muss. Mit der Petition zur Kampagne „Frist ist Frust“ haben wir schon weit über 11.000 Unterschriften gesammelt. Nun gilt es dafür zu sorgen, dass dies auch von der GWK, den Entscheider*innen über den Hochschulpakt, wahrgenommen wird.
Die Verhandelnden wissen, dass der Aufbruch möglich ist – aber einige wollen sich einmal mehr davor drücken. Nachdem das Bundesministerium für Bildung und Forschung entfristete Stellen als Kriterium der Mittelvergabe ins Spiel gebracht hatte, scheint es diesen Ansatz nach Widerstand aus einigen Ländern fallen zu lassen. Im Gegenzug droht das Ministerium, sich der Forderung der Länder zu verweigern, den Hochschulpakt ‚dynamisch‘, also mit jährlichen Aufwüchsen zu gestalten. Dieser schlechtestmögliche Verhandlungsstand darf nicht das letzte Wort sein!
 
Die Ministerpräsident*innen müssen am 2. Mai sehen, dass es außerhalb ihres Kaminzimmers bereits lange unter miserablen Bedingungen gearbeitet wird. Über 90% des wissenschaftlichen Mittelbaus arbeitet befristet, oft mir extrem kurzen Vertragslaufzeiten, und nur eine kleine Minderheit von uns hat Aussichten auf eine Professur. Dieser Zustand reicht uns nun. Um das deutlich zu machen kommt bitte in großer Zahl mit uns zum Ministerium, in dem die Absprachen stattfinden. 
Und bringt eure Kettenverträge gleich mit – gern als (ggf. anonymisierte) Kopie, am besten in wetterbeständiger Klarsichtfolie und an einer Schnur aufgereiht, damit wir gemeinsam eine Menschen- und Kettenvertragskette bilden können. Begleitend werden wir aus den über 1000 Statements von zu Recht frustrierten Betroffenen vorlesen, die zu unserer Petition eingegangen sind.
 
Kommt am 2. Mai um 13.30 Uhr zahlreich zum Bundesministerium für Bildung und Forschung, Kapelle-Ufer 1, 10117 Berlin (Nähe Hauptbahnhof).
 
Wir haben nichts zu verlieren als unsere Kettenverträge!