PM: Veröffentlichung des Diskussionspapiers ‚Personalmodelle‘
15817
post-template-default,single,single-post,postid-15817,single-format-standard,bridge-core-1.0.6,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,transparent_content,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-18.2,qode-theme-bridge,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-6.0.5,vc_responsive

PM: Veröffentlichung des Diskussionspapiers ‚Personalmodelle‘

Personalmodelle für Universitäten in Deutschland: Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) legt solide berechnete Alternativen zur prekären Beschäftigung in der Wissenschaft vor und initiiert eine öffentliche Debatte.

Die prekäre Beschäftigungssituation in Wissenschaft und Forschung ist allgemein bekannt, doch die Bemühungen um Abhilfe treten auf der Stelle. Einige neue Tenure-Track-Stellen und Hochdeputats-Lehrstellen werden die Lage nicht verbessern. Vonnöten ist eine grundsätzlich andere Personalstruktur an den Hochschulen. Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) legt jetzt ein Papier vor, das das Ziel einer arbeitnehmer*innenfreundlichen Beschäftigungssituation an den Universitäten in verschiedenen Alternativen modelliert.

Anschließend an Vorstöße der Jungen Akademie und der philosophischen Fachgesellschaften berechnen und erörtern wir, wie an Universitäten in Deutschland bei gleichen Kosten und gleicher Lehrleistung dauerhafte wissenschaftliche Beschäftigung zum Regelfall werden kann. Die Festanstellung von promovierten Wissenschaftler*innen müsste dazu bereits ‚unterhalb‘ der Professur einsetzen, entweder mit wissenschaftlichen Dauerstellen nach dem Muster von Lecturern in Forschung und Lehre, wie es in mehreren europäischen Staaten seit langem gängig ist, oder mit einer verallgemeinerten Tenure-Track-Laufbahn. Zu beiden Optionen werden Modelle vorgestellt, die wir quantitativ wie qualitativ vergleichen.

Anders als in den bisherigen Vorschlägen enthalten diese Modelle auch Berechnungen zur Personaldynamik, also dazu, in welcher Frequenz Stellen neu besetzt werden können. So lassen sich zwei Mythen widerlegen, die bis heute die Debatte bestimmen: Weder würde eine entfristete Beschäftigungsstruktur den Zugang künftiger Generationen zu wissenschaftlichen Stellen blockieren noch die finanziellen Möglichkeiten der deutschen Hochschulen sprengen. Stattdessen würden demokratischere Verhältnisse an den Instituten geschaffen und dem stetigen massenhaften Verlust als hochqualifizierten Arbeitskräften würde ein Riegel vorgeschoben.

Wie diese Ziele am besten zu erreichen sind – und wofür es vielleicht doch mehr Geld braucht –, kann anhand der vorgestellten Modelle nun fundiert diskutiert werden: Das Papier Personalmodelle für Universitäten in Deutschland. Alternativen zur prekäre Beschäftigung steht ab dem 23.11. auf unseren Seiten zum Download bereit: https://mittelbau.net/diskussionspapier-personalmodelle/.

Wir laden zur aktiven Beteiligung an der Diskussion ein:

Netzöffentliche Veranstaltung zum Personalmodelle-Papier am 4. Dezember 2020, 17:00 – 19:00 Uhr, mit

  • Dr. Daniel Kersting (Deutsche Gesellschaft für Philosophie, FSU Jena)
  • Dr. Anne K. Krüger (GEW)
  • Matthias Neis (ver.di)
  • Prof. Dr. Tilman Reitz (NGAWiss, FSU Jena)
  • Prof. Dr. Jule Specht (ehemals Junge Akademie; HU Berlin)

Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir um Anmeldung per Mail.