Archiv für den Monat: April 2019

PM: „Heraus auch zum 2. Mai – damit der Hochschulpakt ein Entfristungspakt wird!“

Einladung zur Protestaktion am Vortag der Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz vor dem Berliner Dienstsitz des BMBF am 2. Mai

Wer:                   Aktionsbündnis „Frist ist Frust“, getragen vom Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

Wann:               Donnerstag, 2. Mai 2019, 13.30 – 15.00 Uhr

Wo:                    vor dem Berliner Sitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF), Kapelle-Ufer 1, 11055 Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

93 Prozent des sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchses an deutschen Hochschulen sind befristet beschäftigt. Auch unter den nicht wissenschaftlich Beschäftigten an deutschen Hochschulen wächst die Befristungsquote. Der Ärger der Beschäftigten über diesen unhaltbaren Zustand wächst. Deshalb fordert das Aktionsbündnis „Frist ist Frust“, getragen von der GEW, ver.di und dem Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft, dass die in Zukunft unbefristet zur Verfügung stehenden Mittel des neuen Hochschulpakts vollständig und verbindlich für zusätzliche Dauerstellen mit fairem Lehrdeputat eingesetzt werden.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, ruft das Bündnis am 2. Mai um 13.30 Uhr zu einer Protestaktion vor dem Berliner Dienstsitz des BMBF auf. Hier treffen sich die Verhandlungsführerinnen und Verhandlungsführer von Bund und Ländern, um die Entscheidung über die Vergabekriterien des Hochschulpakts für die entscheidende Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz am 3. Mai vorzubereiten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung.

Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihr Kommen!

Hemmungslose Drittmittelraffgier – Stellungnahme

Stellungnahme zur professoralen Aneignung von wissenschaftlicher Expertise

Das derzeitige System des Hahnenkampfes um Drittmittel und der prekarisierten Personalpolitik – bzw. des Mangels jeder vernünftigen Personalplanung – führt zu bedenklichen Auswüchsen. Selbst größere Forschungsanträge werden im derzeitigen akademischen Betrieb häufig von Personen verfasst, die aktuell nicht fest angestellt sind; teilweise wird ihnen eine Anstellung im Erfolgsfall als Karotte für die Eselsarbeit versprochen. In Fachkreisen viel diskutiert wird derzeit ein Fall von Wissensenteignung für einen großen und erfolgreichen Forschungsantrag, der einer Universität viel Geld und Renommee eingebracht hat (vgl. Valentin Groebner, Akademische Größenverhältnisse: Ein Zettelkasten, Merkur 73 (838), 2019). Dieser ist unter anderem angesichts der hohen Fördersumme einerseits besonders empörend, andererseits nur einer von vielen und verrät einiges über die grundlegenden Strukturen des deutschen Hochschulsystems. Hemmungslose Drittmittelraffgier – Stellungnahme weiterlesen

Heraus zum 2. Mai! – Kundgebung 13:30 BMBF

Heraus zum 2. Mai – damit der Hochschulpakt ein Entfristungspakt wird! 
Aufruf zur Kundgebung am Vortag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK)
 
Bund und Länder wollen den Hochschulpakt verstetigen. Mit diesem „Pakt“ zwischen Bund und Ländern fließen jährlich über zwei Milliarden Euro ins Hochschulsystem – und der Bund sagt zu, sich an der Finanzierung von Hochschullehre zu beteiligen. Durch diesen endgültigen Einstieg des Bunds in die Hochschulfinanzierung fallen endlich einige Ausflüchte weg, die prekäre Beschäftigung im sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchs unangetastet zu lassen – Dauerstellen für die Daueraufgaben in Lehre und Forschung sind jetzt konkret möglich! Wir fordern, die Mittel des neuen Hochschulpakts vollständig und verbindlich für neue entfristete Stellen mit fairem Lehrdeputat einzusetzen.
 
Am 2. Mai treffen sich die Ministerpräsident*innen der Länder zum ‚Kamingespräch‘, um die letzten Vereinbarungen zur Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz zu treffen. Dies ist (vor der engültigen Entscheidung am 3. Mai) auch unsere letzte Chance, ihnen deutlich zu machen, dass der neue Hochschulpakt zum Aufbruch aus der Befristungsmisere genutzt werden muss. Mit der Petition zur Kampagne „Frist ist Frust“ haben wir schon weit über 11.000 Unterschriften gesammelt. Nun gilt es dafür zu sorgen, dass dies auch von der GWK, den Entscheider*innen über den Hochschulpakt, wahrgenommen wird.
Die Verhandelnden wissen, dass der Aufbruch möglich ist – aber einige wollen sich einmal mehr davor drücken. Nachdem das Bundesministerium für Bildung und Forschung entfristete Stellen als Kriterium der Mittelvergabe ins Spiel gebracht hatte, scheint es diesen Ansatz nach Widerstand aus einigen Ländern fallen zu lassen. Im Gegenzug droht das Ministerium, sich der Forderung der Länder zu verweigern, den Hochschulpakt ‚dynamisch‘, also mit jährlichen Aufwüchsen zu gestalten. Dieser schlechtestmögliche Verhandlungsstand darf nicht das letzte Wort sein!
 
Die Ministerpräsident*innen müssen am 2. Mai sehen, dass es außerhalb ihres Kaminzimmers bereits lange unter miserablen Bedingungen gearbeitet wird. Über 90% des wissenschaftlichen Mittelbaus arbeitet befristet, oft mir extrem kurzen Vertragslaufzeiten, und nur eine kleine Minderheit von uns hat Aussichten auf eine Professur. Dieser Zustand reicht uns nun. Um das deutlich zu machen kommt bitte in großer Zahl mit uns zum Ministerium, in dem die Absprachen stattfinden. 
Und bringt eure Kettenverträge gleich mit – gern als (ggf. anonymisierte) Kopie, am besten in wetterbeständiger Klarsichtfolie und an einer Schnur aufgereiht, damit wir gemeinsam eine Menschen- und Kettenvertragskette bilden können. Begleitend werden wir aus den über 1000 Statements von zu Recht frustrierten Betroffenen vorlesen, die zu unserer Petition eingegangen sind.
 
Kommt am 2. Mai um 13.30 Uhr zahlreich zum Bundesministerium für Bildung und Forschung, Kapelle-Ufer 1, 10117 Berlin (Nähe Hauptbahnhof).
 
Wir haben nichts zu verlieren als unsere Kettenverträge!

Pressemitteilung 05.04.2019

Protest vor dem Bildungsministerium: Wissenschaftler/innen und Gewerkschaften fordern Entfristung

Mit der Verstetigung des Hochschulpakts (HSP) planen Bund und Länder den dauerhaften Einstieg des Bundes in die Hochschulfinanzierung – hinter verschlossenen Türen und ohne sichtbare, öffentlich diskutierte Vision. Das Bündnis „Frist ist Frust“ – getragen vom Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss), der GEW und ver.di, gemeinsam mit vielen anderen wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Organisationen – will dies unbedingt ändern. „Die Mittelvergabe im neuen Hochschulpakt muss jetzt dazu führen, dass für den seit Jahren zunehmend prekär arbeitenden, sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchs nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse entstehen“, sagt Dr. Dr. Peter Ullrich von NGAWiss. Befristungsquoten von über 90% im Mittelbau sowie eine steigende Zahl von Befristungen beim nichtwissenschaftlichen Personal sind nicht länger hinnehmbar. Das Bündnis fordert daher, die jährlich über 2 Milliarden Euro des Hochschulpakts vollständig zur Schaffung von Dauerstellen mit fairer Arbeitslast zu verwenden.

Das BMBF erwägt dem Vernehmen nach bereits in diese Richtung zu gehen, über die Positionen der Länder ist nichts bekannt. „Wir befürchten, dass die Länder wie gewohnt mit einer Mischung aus Absichtserklärungen und faktischer Reformblockade arbeiten“, so Ullrich für das Bündnis, „es ist nun allerhöchste Zeit, ein deutliches Signal für eine auch für die Beschäftigten nachhaltige Hochschulfinanzierung zu setzen.“

Eine aktuell laufende Petition für einen Entfristungspakt hat bereits über 8000 Unterschriften erhalten. Und auch vor den Türen der Entscheidungsträger/innen machen die beteiligten Organisationen, Gewerkschaften und aktiven Wissenschaftler/innen ihr Anliegen für eine vernünftige Lösung mit einer Aktion im Rahmen der für den 5.4. angesetzten Verhandlungen auf Staatssekretärsebene deutlich, u.a. mit Pakt-Man – dem Befristungsfresser, mit dem Zerreißen unserer Kettenverträge und dem traurigen Frist-ist-Frust-Smiley. Dr. Dr. Peter Ullrich dazu weiter: “Die Zeit drängt. Wenn Bund und Länder endlich etwas an der für die Beschäftigten unerträglichen Situation ändern wollen, ist jetzt der richtige Augenblick, den Anfang zu machen.”

Weitere Informationen zur Kampagne: www.frististfrust.net

Für Rückfragen steht zur Verfügung:

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