Vortragsreihe ‚Wissenschaftsfreiheit – ein umkämpftes Feld‘
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Vortragsreihe ‚Wissenschaftsfreiheit – ein umkämpftes Feld‘

Als das „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“ im Februar 2021 sein Gründungsmanifest veröffentlichte, stieß es auf eine große, aber keineswegs nur zustimmende Resonanz sowohl innerhalb der Scientific Community wie auch in einer breiteren Medienöffentlichkeit. Während sich die Netzwerk-Mitglieder auf ein libertäres Verständnis von Wissenschaftsfreiheit berufen und einen durch vermeintliche „Cancel Culture“ und „Political Correctness“ evozierten Konformitätsdruck in Forschung und Lehre beklagen, monieren ihre Kritiker*innen den herrschaftsblinden Wissenschaftsbegriff des Netzwerks und verweisen auf weiterhin bestehende Ausschlüsse marginalisierter Gruppen aus Wissenschaft und Hochschule. Parallel zur Diskussion um einen vorgeblichen „linken Mainstream“ in der Wissenschaft sehen sich Wissenschaftler*innen im Zuge des gesellschaftlichen Rechtsrucks der vergangenen Jahre zunehmend Angriffen vonseiten rechter Demokratiefeinde ausgesetzt. Zugleich beklagen Hochschulangehörige einen zunehmenden Ökonomisierungsdruck auf wissenschaftliches Arbeiten infolge des neoliberalen Umbaus der Hochschullandschaft in den zurückliegenden drei Dekaden, der Diversifizierungsversprechen ausspricht, aber vielfältige Benachteiligungen normalisiert.

In ihrer mehrteiligen Online-Veranstaltungsreihe „Wissenschaftsfreiheit als umkämpftes Feld“ greifen der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) und das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) diese Debatten auf und nähern sich dem Begriff der Wissenschaftsfreiheit aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven.

Das Ziel der Veranstaltung ist es, eine komplexere Debatte zur Wissenschaftsfreiheit in seinen philosophischen, historischen, sozialwissenschaftlichen und juristischen Dimensionen zu ermöglichen, jenseits des derzeitigen publizistischen Diskurses. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an Wissenschaftsakteur*innen ebenso wie an die interessierte Öffentlichkeit.

1. Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik in der Diskussion um Wissenschaftsfreiheit
Termin: 12. Mai, 18:00 Uhr – 20:00 Uhr (Zoom)
Referent: Dr. Karsten Schubert (Freiburg)
Zoom-Meeting-ID: 681 2276 1177
Kenncode: 255251

Im Namen der Wissenschaftsfreiheit wird meist die Politisierung der Wissenschaft kritisiert. Doch dieses traditionelle Verständnis von Wissenschaftsfreiheit ist irreführend, weil es nur bestimmte Positionen in der Wissenschaft als politisch kritisiert, während andere, nicht weniger politische Positionen als neutral und objektiv dargestellt werden. Ein kritisches Verständnis von Wissenschaftsfreiheit muss das spannungsreiche Verhältnis von Wissenschaft und Politik reflektieren und es durch Machtkritik und Diversitätspolitik neu ausrichten.

2. Alle Macht den Profs? Das Urteil zur „Professor*innen-Mehrheit“ (1973) und die Rolle des Mittelbaus im Machtgefüge der Universitäten
Termin: 9. Juni 2022, 18:00 bis 20:00 Uhr (Zoom)
Referent*innen: Lukas C. Gundling (Universität Erfurt) & Simon Pschorr (Universität Konstanz)
Meeting-ID: 681 2276 1177
Kenncode: 255251

Mit seinem Urteil vom 29.5.1973 zur sog. „Professor*innen-Mehrheit“ in Angelegenheiten von Forschung und Lehre beendete das Bundesverfassungsgericht die Reformbestrebungen der 1960er und frühen 1970er Jahre nach einer umfassenden Demokratisierung der Hochschulen jäh. Inwiefern dieses Urteil auch ein Kind seiner Zeit ist und ob es heute in Anbetracht eines überproportional gewachsenen Mittelbaus, der mittlerweile einen Großteil der Aufgaben in Forschung Lehre schultert, überhaupt noch als zeitgemäß gelten kann, wollen wir mit Lukas C. Gundling (Uni Erfurt) erörtern.

Trotz der gewachsenen Bedeutung des Mittelbaus und obwohl die Forderung nach Viertelparität und gleichberechtigter Positionen aller Mitgliedsgruppen der Universität heute zum Standardrepertoire progressiver Hochschulpolitik gehört, gelingt es in der Praxis kaum, Hochschulangehörige „unterhalb“ der Professur zu mobilisieren, um politisch wie juristisch für ihre Rechte einzustehen. Für eine kritische Diskussion dieser Frage steht uns Simon Pschorr (Uni Konstanz) zur Verfügung.

Im Anschluss an die Inputs der beiden Referenten wird ausreichend Zeit für die Diskussion und den Austausch mit den Veranstaltungsteilnehmer*innen vorhanden.

3. Wissenschaftsfreiheit International (Arbeitstitel)
***Informationen folgen***