Pressemitteilung 13.06.2018

Bundesweiter Aktionstag gegen Bildungsausschlüsse

Das Protestbündnis Lernfabriken … meutern! ruft für morgen, den 13. Juni zum bundesweiten Aktionstag gegen soziale Ausgrenzung im Bildungswesen auf. Im Rahmen unterschiedlicher (Protest)Aktionen werden in mehreren deutschen Städten (u.a. Freiburg, Köln, Frankfurt, Lüneburg, Berlin, Essen) verschiedene Facetten und Mechanismen sozialer Ausgrenzung thematisiert. An den Aktionen beteiligen sich sowohl Studierende und Schüler*innen, als auch studentische Beschäftigte, Lehrer*innen und Angehörige des wissenschaftlichen Mittelbaus.

Isabel Schön, Aktivistin und Studentin aus Freiburg: „In Deutschland werden weite Teile der Gesellschaft von Bildung und Wissenschaft ausgegrenzt. So hängt der Zugang zu „höheren“ Bildungseinrichtungen hierzulande stark von dem Bildungsgrad der Eltern ab. Die Chance von Akademiker*innenkindern eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen ist fünfmal so hoch, wie die von Kindern aus einem nicht-akademischen Elternhaus. Diese Benachteiligung verstärkt sich weiterhin, wenn es um das Erlangen eines Abiturs, und das  Abschließen eines Studiums geht. Wir wollen soziale Ausgrenzungen im Bildungswesen anprangern und veranstalten in Freiburg eine Kundgebung, auf der viele verschiedene Betroffene zu Wort kommen.“

Laura Haßler streikt mit TV Stud Berlin seit Monaten für einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte in Berlin. Am 13. Juni findet auch dort eine Streik-Demonstration statt. „Ein weiterer Aspekt der sozialen Ungerechtigkeit sind die hohen privaten Kosten, die Bildung in Deutschland mit sich bringt. Bildungsgebühren, die hohen Kosten der Studienfinanzierung und gegebenenfalls Nachhilfe sind nicht für alle bezahlbar. Nebenjobs sind da eine Notwendigkeit. Dass diese dann allerdings nicht ernst genommen und schlecht bezahlt werden, macht die Sache besonders prekär. Hier in Berlin weigern sich die Hochschulen, den Tarifvertrag studentischer Hilfskräfte nach siebzehn Jahren endlich der Inflation anzugleichen. Daher fordern wir, dass das Gehalt von studentischen Beschäftigten an den Tarifvertrag der Länder (TV-L) gekoppelt wird.”

Ruben Schenzle vom Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss): “Im Wesentlichen basiert die unterfinanzierte Hochschule auf der Ausbeutung ihrer Mitarbeiter*innen. Bessere Lernbedingungen hängen eng mit den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen für die Lehrbeauftragten und Dozierenden zusammen. Mehr Grundfinanzierung für die Hochschulen ist die Voraussetzung, um Dauerstellen für Daueraufgaben in der Lehre zu schaffen.“ In dem bundesweiten Netzwerk haben sich 27 Basisinitiativen des akademischen Prekariats zusammengeschlossen, die sich mit dem dezentralen Aktionstag solidarisieren.

Nathalie Schäfer, Vorstand des freien zusammenschlusses von student*innenschaften (fzs): „Alle wissen, dass diese Probleme sozialer Ausgrenzung sehr früh in der Schule beginnen, wenn die Schüler*innen nach der vierten Klasse in verschiedene Schulformen einsortiert werden. Soziale Ausgrenzung würde verringert werden, wenn ein Studium ohne Schulden finanzierbar wäre. Eine sofortige Erhöhung des BAföGs und eine Umwandlung zum elternunabhängigen Vollzuschuss ist dringend nötig. Auch die Probleme zu hoher Mieten und zu wenig verfügbaren Wohnraums müssen effektiv angegangen werden.“

Um diese Wohnungsnot, volle Kurse und mangelnde Finanzierung konkret anzugehen, wird es im Herbst Protestcamps und Vollversammlungen in mehreren Städten geben. Angesichts von Lehrer*innenmangel und geringer Ausbildungsvergütung sind das Probleme, die sich über das gesamte Bildungssystem hinwegziehen. In Essen findet jetzt schon am 13. Juni ein Camp gegen Wohnungsnot statt. Weitere Aktionen wird es in Frankfurt, Köln und Lüneburg geben.

Für Rückfragen:

Zur Pressemitteilung: http://www.fzs.de/2018/06/12/bundesweiter-akt…ungsausschluesse/

Bei Rückfragen:

Sandro Philippi
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0178 2324494

Habib Rezaye
0173 9036857

Ruben Schenzle
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015 773 268 663

Nathalie Schäfer:
email hidden; JavaScript is required
0151-20942563

Tobias Eisch:
email hidden; JavaScript is required
0157-72532231

Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft solidarisiert sich mit dem Streik von TV-Stud

Diese Solidarisierung ist nicht nur eine Geste, sondern auch eine Notwendigkeit. Der dritte Warnstreik hat wieder einmal gezeigt: Ohne die Arbeit der studentischen Beschäftigten katapultieren sich die Hochschulen ins vordigitale Zeitalter zurück. Geschlossene Bibliotheken, ausfallender IT-Support, stockende Lehre – all das sind schwerwiegende Entbehrungen für ein funktionierendes Wissenschaftssystem.

Studentische Beschäftigte der Hochschulen und der akademische Mittelbau sind im Zuge der Neoliberalisierung des Wissenschaftsbetriebs von vergleichbaren Formen der Prekarisierung betroffen – Kurzzeit-Befristung und unangemessene Entlohnung. Zudem waren die studentischen Beschäftigten entsprechend dem TV-Stud II seit 2001 ausgeschlossen von der Dynamisierung der Tarifverträge (TV-L), was sich nicht nur in einer Stagnation ihrer Löhne, bei steigenden Lebenshaltungskosten, sondern auch in weniger Urlaubstagen für studentische Beschäftigte im Vergleich zu anderen Beschäftigten der Hochschulen niederschlägt. Außerdem wurden ihnen seit 2004 die Jahressonderzahlungen vorenthalten. Dass sie diese offene Diskriminierung in eine Mobilisierung zum Streik und wiederholte Verhandlungsrunden übersetzen konnten und sie ihre Forderungen unbeeindruckt souverän vertreten, verdient unsere Solidarität und unseren Respekt. Die von TV-Stud geforderte Bindung an die Dynamisierung des TV-L entspricht nicht nur einer angemessenen Wertschätzung der unverzichtbaren Arbeit, die studentische Beschäftige alltäglich an den Hochschulen leisten – sie ist auch Grundlage für ein gemeinsames Eintreten für gute Arbeit in der Wissenschaft in zukünftigen Tarifrunden.

NGAWiss – das sind zum jetzigen Zeitpunkt bundesweit 27 Initiativen, die sich gemeinsam gegen entwürdigende Arbeitsbedingungen an den Hochschulen einsetzen. Das schnelle Wachstum des Netzwerks ist als ein unmissverständliches Zeichen zu verstehen, dass die Grenzen des Akzeptablen deutlich überschritten sind.

Wir fordern vor diesem Hintergrund die Berliner Hochschulleitungen nachdrücklich dazu auf, eine angemessene, d. h. an die allgemeine Lohnentwicklung im Öffentlichen Dienst angeglichene tarifliche Entlohnung aller studentischen Beschäftigten, sowie eine Abkehr von den üblichen „Stückel-Verträgen“ in diesem Bereich voranzubringen. Ebnen Sie endlich den Weg für eine zukunftsfähige Personalentwicklung jenseits existenzieller Unsicherheiten!

#academicsunite – gemeinsam für gute Arbeit in der Wissenschaft!

Netzwerktreffen 1./2. Juni 2018

Wie streikfähig werden?

Bundesweites Vernetzungstreffen
des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft
(NGAWiss)

1./2. Juni 2018 | Berlin

Freitag, den 1. Juni 2018 im

Aquarium/Südblock (Fr., 1.6.)
Skalitzer Straße 6
10999 Berlin

Samstag, den 2. Juni 2018 im

ver.di Landesverband Berlin-Brandenburg (Sa., 2.6.)
Köpenicker Straße 30
10179 Berlin

#academicsunite – Kommt zum vierten bundesweiten Vernetzungstreffen des Netzwerks für gute Arbeit in der Wissenschaft am 1./2. Juni nach Berlin!

Vorläufiges Programm

Freitag, 1.6.2018

14-15 Uhr        Begrüßung und Neues aus dem Netzwerk

Themenschwerpunkt 1: Organisationsaufbau

15-15.30 Uhr   Einführung zu NGAWiss: Ziele und Strukturen

15.30-16 Uhr   Kaffee-/Teepause

16-17.15 Uhr   parallele Arbeitsgruppen zu Vernetzung,
Arbeitsteilung, Aktivierung und weiteren Themen

17.15-18 Uhr   Ergebnissicherung im Plenum

18.30-20 Uhr  Öffentliche Podiumsdiskussion

“Ist das deutsche Wissenschaftssystem streik(un)fähig? Reflexionen und Blicke auf  Protestaktionen in verschiedenen Ländern”

Diskutierende: Peter Grottian (Berlin), Kolja Lindner (Paris), Nicole Wolf (London), Rosa Ryczko (TVStud)

ab 20 Uhr   Gemütlicher Teil


Samstag, 2.6.2018

Themenschwerpunkt 2: Strategieentwicklung – Wie werden wir mehr, sichtbarer und konfliktfähiger?

10-10.30 Uhr      Einführung und gemeinsame Schwerpunktsetzung
der AGs

10.30-11.45 Uhr parallele Arbeitsgruppen

11.45-12 Uhr      Pause

12-13 Uhr           Ergebnissicherung der AGs im Plenum

13-14 Uhr           Mittagspause 

Themenschwerpunkt 3: Aktionsplanung – Wie können wir konkret vorgehen?

14-14.30 Uhr       Einführung und gemeinsame Schwerpunktsetzung
der AGs

14.30-15.45 Uhr  parallele Arbeitsgruppen

15.45-16.15 Uhr  Kaffee-/Teepause

16.15-16.30 Uhr  Projektmarkt

16.30-17.30 Uhr Ergebnissicherung der AGs im Plenum und
Abschlussdiskussion


Wir bitten um Anmeldung per Mail: email hidden; JavaScript is required

Kinderbetreuung wird bereitgestellt, Bedarf bitte per Mail bis zum 18.05. angeben.

Auf Anfrage übernehmen die Bezirksstellen Eurer Gewerkschaften i.d.R. die Fahrtkosten.

in Kooperation mit

Pressespiegel

15.06.2018 Radio Corax: Ausbeutung und Protest

13.06.2018 neues deutschland: Lernen, aufrecht zu gehen

13.06.2018 Rhein-Neckar-Zeitung: Zufrieden und unzufrieden zugleich

05.06.2018 Tagesspiegel: Junge Akademie rüttelt am Lehrstuhl

30.05.2018 taz: Das Ziel ist der Streik

25.05.2018 deutschland3000: Prekäres Arbeiten in der Wissenschaft (Video)

20.04.2018 Spiegel online: Junge Professoren fordern Abschaffung der Lehrstühle

09.04.2018 WDR: Widerstand gegen Arbeitsbedingungen an Universitäten

17.02.2018 neues deutschland: Theoretische Schatzsucher

30.01.2018 ZDF morgenmagazin: Streit um befristete Arbeitsverträge


27.11.2017 Süddeutsche Zeitung: Der Widerstand an den Unis wächst

17.11.2017 taz: Prekäres Kanonenfutter

TVStud Demo 16.12.17 Berlin

15.11.2017 GEW: Lehrstühle überwinden, Arbeitsbedingungen verbessern

15.11.2017 neues deutschland: Dauerstellen im Mittelbau

15.11.2017 junge Welt: Fünf Minuten

14.11.2017 Deutschlandfunk: Konkurrenzkampf und Kinderlosigkeit

14.11.2017 taz: arbeitsbedingungen an den unis – Zeitgemäß wie ein Talar

14.11.2017 Potsdamer Neueste Nachrichten: Protest für bessere Uni-Jobs Kritik zum Treffen der Hochschulrektoren

09.11.2017 Die ZEIT: Machtmissbrauch in der Wissenschaft

12.10.2017 WDR: Arme Akademiker zwischen Professur und Prekariat?

13.11.2017 Gemeinsame Tagung mit der GEW

04.09.2017 die.tageszeitung: Teures Wahlkampfthema Uni

01.09.2017 Junge Welt: Erzwungene Flexibilität

01.09.2017 Neues Deutschland: Exzellente Ausbeutung

21.06.2017 Chemistryworld: Fixing Germany’s academic pipeline

18.05.2017 Junge Welt: »Gemeinsam kampagnenfähig werden«

12.05.2017 Deutschlandfunk: Widerstand an deutschen Hochschulen wächst

26.04.2017 Spiegel Online: Aufstand in den Lernfabriken

02/2017 Deutsche Universitätszeitung (duz): Kollektiver Widerstand (von Ruben Schenzle)

NGAWiss-Pressekonferenz am 31.8.2017 in Berlin

20.02.2017 detektor.fm: Job oder Familie – eine unmögliche Wahl

19.02.2017 Süddeutsche Zeitung: Wissenschaftliche Mitarbeiter – Risiko inbegriffen

16.02.2017 Süddeutsche Zeitung: Wissenschaft in der Warteschleife

15.02.2017 Frankfurter Allgemeine Zeitung: Niedriglohnsektor mit höchsten Ansprüchen – nur in der Printausgabe

14.02.2017 Zeitschrift für Medienwissenschaft: Für Gute Arbeit in der Wissenschaft!

07.02.2014 BR 2 Zündfunk: Schöne Worte reichen nicht – der Mittelbau organisiert sich

NGAWiss-Gründungskongress in Leipzig 21.01.2017

05.02.2017 Süddeutsche Zeitung: Der Mittelbau macht mobil (von Peter Grottian)

25.01.2017 detektor.fm: Besser ohne Lehrstuhl?

24.01.2017 MDR: Netzwerk kämpft gegen prekäre Arbeit in der Wissenschaft

21.01.2017 MDR: Netzwerk will Uni-Mitarbeitern das Streiken beibringen

19.01.2017 Jungle World: Keine Liebe für den Schreibtisch (von Ruben Schenzle)

19.01.2017 ZEIT Chancen: Mobilisieren, statt jammern! (von Peter Ullrich)

17.11.2016 Jungle World: Der Muff der Exzellenz (von Peter Ullrich)

 

Solidaritätsnote an tvstud

Der Druck entweicht nach oben – endlich!

(Die Rede wurde leicht abgeändert am 16.1.2018 auf der Warnstreik-Kundgebung am Bebelplatz gegenüber der HU gehalten)

Es ist in besonderem Maße beeindruckend, wie ihr euch als SHKs mit Entschiedenheit, politischer Klugheit und Mut euer Recht auf Streik nehmt. Dafür gebührt euch neben Respekt und Bewunderung auch ausdrücklich Solidarität.

Das gilt umso mehr angesichts der unverschämten Drohungen einzelner Hochschulen wie der FU Berlin die sich über euer Grundrecht zu streiken, hinwegzusetzen versucht. Solche Drohungen sind nichts Neues. Anlässlich einer Aktion von NGAWiss gegen prekäre Beschäftigung auf der Hochschulrektorenkonferenz im vergangenen November in Potsdam hieß es intern im Kreise der Hochschulrektor*innen (die ZEIT berichtete darüber), unsere Plakate, Slogans und Forderungen seien lächerlich; wer an der Universität keinen ordentlichen Vertrag erhalte, müsse halt gehen. Dass ein Rektor, der bis zu 150’000€ im Jahr verdient, auf solch hohem Ross sitzt, verwundert kaum.

Eine Erfahrung ist aber auch: Die Autorität so mancher Statthalter*innen des Systems ist angesichts hartnäckiger Aktionen von unten schon in sich zusammengefallen. Darum halte ich es mit den Worten eines US-amerikanischen Gewerkschafters, der bereits vor 100 Jahren wusste: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft ist eine Gruppe von Lehrbeauftragten und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, Promovierenden und PostDocs, Privatdozent*innen und auch ein paar Professor*innen. Wir kämpfen wie ihr für gute Arbeitsbedingungen an deutschen Universitäten und sind darum solidarisch mit euch und euren Forderungen. Viele unserer Kolleg*innen, die noch immer passiv bleiben, könnten und sollten eure Aktion zum Vorbild nehmen, selbst streikfähiger zu werden. Daran arbeiten wir. Und wie mühsam scheint das manchmal in diesem Land, in dem gerade Arbeitende an Hochschulen Streiks für das Relikt einer lange vergangenen Epoche zu halten scheinen. Es sind dieselben, die im Jargon einer noch länger vergangenen Epoche vom ‚Dienst’ statt vom ‚Job’ sprechen und sich Verbesserungen von brav bittenden Sonntagsreden an die Professor*innen und Rektor*innen erhoffen. Ihr brecht damit und zeigt: Es geht auch anders!

Gemeinsam, kollektiv und solidarisch kämpfen…

Endlich, muss man mit Blick auf die Geschichte sagen: Denn der bisherige Tarifvertrag der studentischen Beschäftigten in Berlin ging auf den sogenannten Tutor*innenstreik an der TU im Jahre 1986 zurück. Erst 2013 machten in Jena streikende studentische Beschäftigte mit der Forderung nach Urlaub auf sich aufmerksam. Im Jahr 2015 kämpften Studierende der Goethe-Universität in Frankfurt am Main für bessere Arbeitsbedingungen. Seit letztem Jahr ist endlich Bewegung in den Arbeitskampf gekommen: Ihr habt innerhalb kürzester Zeit in Zusammenarbeit mit GEW und ver.di geschafft, streikfähig zu werden. Herzlichen Glückwunsch und Respekt für diesen Streik!

Wir von NGAWiss. haben es im Jahr 2017 immerhin endlich geschafft, uns als Mittelbau der Hochschulen und Forschungseinrichtungen bundesweit zur organisieren und nachhaltig Kritik an den Arbeitsbedingungen in Wissenschaft und Lehre zu üben. Wir haben uns insbesondere organisiert, um gegen Prekarität und Befristung von Jobs zu kämpfen.

Wisst ihr, dass an vielen Unis über 50% von uns nur für 1 Jahr oder weniger angestellt sind? Schon im folgenden Jahr sind viele von uns an einer anderen Uni beschäftigt – oder arbeitslos.

Liebe Hochschulleitungen, verratet uns: Wie sollen wir unter diesen Bedingungen gute Arbeit leisten und Kontinuität in der Lehre gewährleisten? Und wie sollen Universitäten nicht nur ein Ausbildungsort, sondern ein Raum der Bildung, besser noch: ein Raum der gesellschaftskritischen Bildung sein, wenn dort studentische Hilfskräfte forschen und lehren, assistieren, Labors am Laufen halten, transkribieren, Literaturrecherchen machen – und dafür in keiner Weise angemessen bezahlt werden?

… für Selbstorganisation und kritische Bildung

Und was antworten sie, in den heutigen, neoliberalen unternehmerischen Hochschulen? Sie antworten: „Hab ich keinen Plan, dann schaff ich mir nen Hiwi an. Die sind billig und willig und flexibel einsetzbar, nicht zuletzt in der Verwaltung und als Kopierassistent*innen.“

Weil die meisten Professor*innen, Hochschulleitungen und Regierungsparteien keinen Plan und wohl auch gar nicht das Ziel haben, längerfristige Personalplanung zu betreiben, Mittelbaustellen zu entfristen und Arbeit angemessen zu bezahlen, sind wir alle derart überlastet, dass versucht wird, diese Überlastung nach unten weiterzugeben: An euch.

Doch sie wissen jetzt: Ihr lasst sie damit nicht mehr durchkommen. Stattdessen gebt ihr den Druck nach oben weiter. Lasst uns, Studierende und Mittelbau-Arbeiter*innen, dabei an einem Strang ziehen. Denn nur so ist es möglich, ein ausreichend starkes politisches Subjekt zu bilden, das sich nicht egoistisch allein für die Interessen des eigenen Berufsstandes einsetzt, sondern gemeinsam kollektiv und solidarisch: Studentische Beschäftigte ebenso wie Lehrbeauftragte, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen ebenso wie Privatdozent*innen. Lasst uns gemeinsam kämpfen für Universitäten, die Freiräume schaffen für Begegnung und für Selbstorganisation, für kritische Analysen und für solidarische Utopien. Das können nur Universitäten sein, an denen studentische Beschäftigte und wissenschaftliche Mitarbeiter*innen in angemessenen sicheren und bezahlten Jobs von ihrer Arbeit leben können.

Daher fordern wir:

Angemessene tarifliche Bezahlung und Mindestvertragslaufzeiten für studentische Hilfskräfte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Regelfall für die Promotion sowie die regelhaft entfristete Beschäftigung für Post-Docs.

Angemessene Entlohnung von Lehraufträgen und Titellehre.

Zu unserem Forderungskatalog….hier lang

Rückblick und Ausblick

Liebe Kolleg*innen, Aktive und Interessierte,

hoffentlich seid ihr und sind Sie alle gesund ins Neue Jahr gerutscht. Sozusagen als guten Vorsatz und erste Neuerung möchten wir sogleich den NGAWiss-Jour-fixe ankündigen:

Ab sofort trifft sich der Koordinationskreis immer am 2. Freitag eines jeden Monats (Ort zunächst: TU Berlin, Hardenbergstr. 16-18 (unweit S/U Zoologischer Garten), 6. Etage, Raum 6.06). Neue wie alte Gesichter sind herzlich willkommen! Eine Onlinezuschaltung ist nach vorheriger Anmeldung an email hidden; JavaScript is required auch kein Problem. Der nächste Termin ist also der 9. Februar 2018.

Bevor wir mit euch hoffnungsfroh das NGAWiss-Jahr 2018 in Angriff nehmen, möchten wir noch einmal kurz daran erinnern, was alles seit der Gründung des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft im Januar 2017 schon passiert ist. Da waren:

  • Anfang Mai ’17 die Erarbeitung eines Forderungskatalogs bei ver.di, gekoppelt mit einem zweiten bundesweiten Treffen
  • Anfang Juli ’17 ein Workshop zum Thema „Wie gründe ich eine Mittelbauini?“ in Frankfurt in Zusammenarbeit mit unter_bau
  • Ende August die Präsentation unserer Wahlprüfsteine bei der Bundespressekonferenz in Berlin
  • das dritte bundesweite Treffen im Vorfeld der Strategiekonferenz mit der GEW im November in Berlin sowie
  • der anschließende Besuch bei der HRK in Potsdam (mit Unterstützung von TVStud)
  • die Gründung des Vereins für Gute Arbeit in der Wissenschaft, für den wir nun die Gemeinnützigkeit anerkennen lassen wollen
  • am 16.12. der NGAWiss-Jahresabschluss auf der Demo von TVStud in Berlin
TVStud Demo 16.12.17 Berlin

Einen hübschen Überblick über die NGAWiss-Aktivitäten bietet auch die Sammlung unserer Pressemitteilungen sowie der Pressespiegel auf der Webseite: http://mittelbau.net/2017/11/13/pressespiegel/

Offiziell besteht das Netzwerk mittlerweile aus 23 Initiativen des akademischen Mittelbaus: http://mittelbau.net/netzwerkpartner/

Wir sagen Danke, denn stark sind wir nur gemeinsam – auch in Zukunft!

Im Januar und Februar 2018 erwartet uns dies:

  • 16.1.18: 14 Uhr Kundgebung Berlin – Warnstreik der SHKs am Bebelplatz gegnüber HU mit NGAWiss-Redebeitrag
  • 25.1.18: 18 Uhr Vortrag+Diskussion “Lohnarbeit im Wissenschaftsbetrieb” mit Peter Ullrich und Sonja Dolinsek von NGAWiss an der HU Berlin, Unter den Linden 6, Raum 2097. Flyer im Anhang: https://www.facebook.com/events/749550118549054/
  • 2.2.18: Folge-Vertnetzungstreffen des hessischen Mittelbaus am Nachmittag in Kassel. In Hessen hat Ende November unter Beteiligung von GEW, ver-di und NGAWiss die regionale Vernetzung im Mittelbau begonnen. Ziel ist es im anstehenden Landtagswahlkampf Forderungen zu platzieren. Infos und Anmeldungen per Mail: email hidden; JavaScript is required
  • 9.2.18: Jour fixe von NGAWiss in Berlin + Option Livezuschaltung [Ort zunächst: TU Berlin, Zentrum Technik und Gesellschaft, Hardenbergstr. 16-18 (Nähe S/U Zoologischer Garten), 6. Etage, Raum 6.06]

Aktuell tut sich außerdem Folgendes:

  • In Berlin sind die studentischen Beschäftigten an den Hochschulen am 16.1. zum Streik aufgerufen. In dem Aufruf von ver.di und GEW heißt es dazu: “Mit dem Warnstreik verfolgen wir das Ziel, unsere Forderungen unter anderem nach Erhöhung des Stundenlohns auf 14 € und der dynamischen Anpassung des Lohns an die Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst durchzusetzen.
    Nach 5 Verhandlungsrunden, in denen sich die Hochschulen bei unseren wesentlichen Forderungen kaum bewegt und unsere Vorschläge vom Tisch gewischt haben, haben wir die Verhandlungen zu einem neuen Tarifvertrag der studentischen Beschäftigten (TVStud) am 11.12.2017 für gescheitert erklärt.”
    Wir sind mit dem Herzen und konkret auch mit Redebeiträgen auf den anstehenden Kundgebungen (16.1. – 14 Uhr Bebelplatz gegenüber HU) dabei.
  • Unser Netzwerkmitglied „Kommission für gute Arbeit in der Wissenschaft in der Gesellschaft für Medienwissenschaft” hat einen Kodex erarbeitet und verabschiedet, in dem es u.a. heißt: “Unter den herrschenden Bedingungen leiden nicht nur einzelne Betroffene, sondern sie schaffen insgesamt eine Atmosphäre, die sich negativ auf die Qualität und Vielfalt medienwissenschaftlicher Forschung und Lehre auswirkt.“ Alle Infos hier: https://www.gfmedienwissenschaft.de/kodex
  • Eine offener Brief von Science for the People in Solidarität mit unseren türkischen Kolleg*innen die den Repressionen des Erdogan Regime ausgesetzt sind. Bitte unterzeichnet und verteilt: https://goo.gl/forms/bWh1ZlkKNgvQZdQh1

Wir wünschen euch und uns ein Jahr voller guter Arbeit, fairen Arbeitsbedingunegn, inspirierter Muße und fröhlichem Nichtstun!

Wollt ihr regelmäßig Infos aus dem Netzwerk, tragt euch hier in den Newsletter ein: https://lists.notraces.net/mailman/listinfo/n-gawiss

Die nächste Einladung zu einem Vierten Bundestreffen des Netzwerks folgt nach dem 9.2.2018.

..
Web
: http://mittelbau.net
facebook: Mittelbau
Twitter: @NGA_Wiss

Komm auf slack

Du fragst dich, wie wir – die Initiativen und Einzelpersonen im Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft – miteinander kommunizieren?

Wir kommunizieren bundesweit über „Slack“. Slack heißt die Kommunikationsplattform, die wir bei NGAWiss benutzen.

Möglicherweise denkst du: oh nein, nicht noch eine neue Kommunikationstechnik lernen. Doch wir wollen dir Mut machen! Auch mit wenig Erfahrung mit sozialen Netzwerken kannst du das Prinzip schnell verstehen. Slack bietet viele tolle Möglichkeiten!

Warst du schon einmal bei einem NGAWiss-Treffen und willst an der Plattform teilhaben? Dann schreib eine Mail an: email hidden; JavaScript is required

Für einen ersten Einstieg haben wir ein Dokument erstellt, um die Hemmschwelle zu überwinden: Zum Dokument

 

Aber Achtung:
Die Kommunikationsplattform Slack kann keine analogen Treffen ersetzen! Erst, wenn wir uns regelmäßig an den vielen Standorten in Deutschland treffen, können wir auch auf Slack die Übersicht behalten und verstehen, was da auf der Plattform diskutiert und bearbeitet wird!

NGAWiss verliest Forderungen vor Hochschulrektorenkonferenz in Potsdam

Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) überbrachte am Dienstag, den 14.11.2017 in Potsdam den Präsident*innen und Rektor*innen der deutschen Hochschulen und Universitäten Forderungen nach umfassender Entfristung der Beschäftigten im Mittelbau und forderte die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) auf, die vorhandenen Handlungsspielräume der Hochschulen besser zu nutzen, um prekäre Arbeitsbedingungen wissenschaftlicher Mitarbeiter*innen zu beenden.

Ab 8.30 Uhr begrüßten Aktivist*innen von NGAWiss die anreisenden Hochschulrektor*innen und Präsident*innen vor dem Audimax der Uni Potsdam mit einer Protestkundgebung und Slogans wie „Hochschulrektoren, hört jetzt her – wir haben keinen Bock mehr auf prekär“.

Nach dem lautstarken Protest zogen die Protestierenden in den Tagungssaal. Dort verlasen sie eine Stellungnahme an die HRK und luden sich für die nächste Hochschulrektorenkonferenz ein, um die eigenen Forderungen zu diskutieren.

NGAWiss kritisiert, dass die HRK das System der uferlosen Befristung und das verkrustete Lehrstuhlprinzip noch immer trägt und befördert. Die Hochschulrektor*innen begreifen sich als Stimme der Hochschulen – doch tagen sie bisher ohne Beteiligung der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler*innen.

Die Kundgebung stand unter dem Motto „Wir sind die 93%“. Auf der Kundgebung forderte NGAWiss unter anderem die Entfristung im Mittelbau, Demokratisierung der Hochschulen und eine breite Grundfinanzierung für gute Arbeit und gute Lehre an den Hochschulen.

„93% der im Mittelbau vergebenen Arbeitsverträge sind befristet. Das Sonderbefristungsrecht der Hochschulen, das im Wissenschaftszeitvertragsgesetz geregelt ist, wird missbraucht und muss abgeschafft werden. Es ist ein Unding, dass vollständig ausgebildete Wissenschaftler*innen befristet beschäftigt werden, wenn sie Daueraufgaben wahrnehmen.“ sagte NGAWiss-Aktivist Fabian Frenzel vor Ort.

Ansprache an die HRK

(c) Katharina Maria Schmitt

verlesen am 14.11.2017 in Potsdam

Guten Tag,

wir freuen uns, für fünf Minuten Ihr Ohr zu haben, um ein Problem anzusprechen, das praktisch jeden von uns, die wir als akademischer „Nachwuchs“ bezeichnet werden, als Einzelkämpfer*in betrifft, solange wir Wissenschaft betreiben – und das uns im Einzel­kämpfertum zumeist auch gefangen hält. Im Namen einer besseren Hochschule und einer besseren Wissenschaft möchten wir dieses Problem als das kollektive und struk­turelle thematisieren, das es ist, und Sie zur Auseinandersetzung damit auffordern.

Dieses im hochschulpolitischen Diskurs meist als „Flaschenhalsproblematik“ ange­sprochene Problem stellt sich in klaren Zahlen wie folgt dar: Auf eine einzige Professur, also den unter den aktuellen Verhältnissen nahezu einzigen unbefristeten Stellentyp, kommen, wenn man die Frequenz ihrer Besetzbarkeit zugrundelegt: fünfundzwan­zig Doktorand*innen, ca. acht Postdoktorand*innen und fünf Habilitierte. Je nach Qualifizierungsstufe werden also  80, 88 oder 96 Prozent von uns, die wir Wissenschaft betreiben und dafür ausgebildet werden und sind, nur qualifi­ziert, um zu irgendeinem – für die Einzelnen nie absehbaren, aber nahezu unausweichlichen – Zeitpunkt wieder disqualifiziert zu werden.

In der Presse liest man zu diesem Problem, die deutschen Hochschulen funktionierten „wie eine Firma, die alle Angestellten unwiderruflich kündigt, die es nicht in einer gewissen Zeit zum Abteilungsleiter gebracht haben“. (WDR) Nachzu­tragen wäre, dass die „gewisse Zeit“ im Falle der 80% meist ein halbes Berufsleben ausmacht.  Doch angesichts kürzester Vertragslaufzeiten, angesichts Massenandrangs auf jede ausgeschriebene Stelle und Berufs­verbotsdrohung durch die Weise, in der die Hochschulen das Wissenschaftszeitvertragsgesetz auslegen, beschreibt vielleicht auch ein anderes Bild unsere Lage. Wir kommen uns vor wie eine Heerschar, die, abwechselnd rennend und in Deckung gehend, unter Dauerbeschuss die Stellung der wissenschaftlichen Exzellenz erobern soll, in dem sicheren Wissen, dass auf dem Wege dahin nahezu alle liegenbleiben werden. Wir sind 145 000, von denen 8000 übrig geblieben sein werden, wenn sie den Status erreichen, mit dem man Wissenschaftler*innen nicht nur sein darf, sondern es auch bleiben. Manche nennen das mit einem nicht viel weniger martialischen Bild Bestenauslese; gemeinsam ist beidem, dass die Vielen vor allem dazu da sind, die Wenigen zu befördern.

Unser Aufruf an Sie lautet daher: Machen Sie uns nicht länger zum Kanonen­futter einer Wettbewerbsideologie, die mehr Karriereleichen produziert als Karrie­risten. Hören Sie auf, uns als wissenschaftlichen Nachwuchs zu bezeichnen, wenn doch „Nachwachsen“ für die meisten nichts Besseres heißt, als untergepflügt zu werden wie die schief gewachsene Kartoffel oder die Gurke mit falschem Krümmungs­grad. Als Hochschulleitungen sorgen Sie alltäglich dafür, dass fast niemand von uns nach Ablauf der Zwölf-Jahres-Frist weiterbeschäftigt wird, wie in anderen Berufen schon nach zwei Jahren. Stattdessen werden wir hochqualifiziert in die Beschäftigungs­losigkeit entlassen, werden langwierig erworbener Sachverstand, Erfahrung und Wissen mit Ihrer praktischen und ideellen Zustimmung entwertet. Die nächste Kartoffel könnte ja runder sein, und Produktionsmittel gibt es reichlich.

Als Teil der Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat die HRK 2011 das Wissen­schafts­zeitvertrags­gesetz zu einem „unverzichtbaren Instrument“ erklärt, „um die hohe Qualität unseres wissen­schaftlichen Personals zu sichern“. Ihr Standpunkt ist also offenbar, dass gute Forschung und Lehre durch die Selektion der sie Betreibenden zu gewährleisten sei – und nicht durch Arbeits­verhältnisse, die es ermöglichen, sich auf die Kernaufgaben der Wissenschaft zu konzentrieren.

In einer Zeit, in der die Freiheit der Wissenschaft bedeutsamer ist denn je, fordern wir Sie auf, diesen Standpunkt zu revidieren. Nicht nur wir haben inzwischen den Eindruck, dass der Zwang zu Selbstdar­stellung und karrieretechnischer Über­lebenssicherung, der Wettbewerb um Drittmittel und hochrangige Publikationsorte (an dem wir mal aktiv, mal abhängig teilnehmen müssen) und eine permanente Evaluie­rungsaktivität Forschung und Lehre zusehends zur Nebensache degradieren. So aber sabotiert eine Personalpolitik der Prekarisierung und Endlosselektion die Wissen­schaft durch ihre eigenen vermeintlichen Qualitätssicherungs­maßnahmen. Es sind nicht Angst, Abhängigkeit, Opportunismus und Über­lebenswille, die Wissenschaft zum Blühen bringen, sondern Autonomie und die Möglichkeit langfristig selbst­bestimmten Arbeitens. Trauen Sie Ihren Beschäftigten zu, das unter Beweis zu stellen – und erkennen Sie mit praktischen Maßnahmen an, wie sehr wir es schon unter Beweis gestellt haben.

Hiermit laden wir uns selbst auf die nächste Hochschulrektor*innenkonferenz ein. Wir sind das “Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss)” – und freuen uns von Ihnen zu hören.
Auf Wiedersehen!

Aufruf 14.11.

Eintreten! – Für Gute Arbeit in Forschung und Lehre

Wir sind die 93 Prozent!

Flyer Kundgebung

Am 14. November 2017 tagt in Potsdam die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die sich selbst „Stimme der Hochschulen“ nennt. Wir meinen: da fehlt etwas! Die zahlreichen Stimmen der Beschäftigten im so genannten Mittelbau oder wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Stimmen der fast 200.000 Menschen also, die täglich engagiert und kompetent den größten Teil der Arbeit in Forschung und Lehre stemmen, und dafür seit Jahrzehnten mit Billigjobs, Kurz- und Mittelfristverträgen, persönlicher Abhängigkeit, unsicheren Zukunftsperspektiven und entgrenzter Arbeit „belohnt“ werden.

Weil sich das ändern muss, weil Arbeit in der Wissenschaft kein Abenteuersport, sondern ein Beruf ist, weil diese prekären Arbeitsverhältnisse auch die Studienbedingungen der Studierenden verschlechtern und weil wir nicht einsehen, dass unsere Stimmen in Hochschulgremien und -politik systematisch überhört werden, werden wir die Hochschulrektorenkonferenz mit unseren Forderungen konfrontieren.

Kommt zahlreich und bringt Kolleg*innen mit zur Kundgebung

Am Dienstag, den 14.11.17 um 8:30 vor der Hochschulrektorenkonferenz

Audimax, Am Neuen Palais 10, Haus 8, 14469 Potsdam

++++++Und: WEITERSAGEN++++++