Solinote PRStudB

Für TV-L Anstellungsverhältnisse von Studierenden, besonders an Hochschulen!

Mit Bestürzung haben wir im Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft die letzten Entwicklungen im Arbeitskampf der studentischen Beschäftigten an der Humboldt-Universität zu Berlin beobachtet: Zum 01.10.2018 wurde im Rahmen einer breiten Entlassungswelle die Weiterbeschäftigung von studentischen Beschäftigten unangekündigt und abrupt beendet.

Wir, das im Januar 2017 gegründete Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft, sind ein Zusammenschluss von bisher 29 Initiativen, die sich in Deutschland und Österreich für gute Arbeitsbedindungen einsetzen. Mit Mitgliedern aller Statusgruppen – Lehrbeauftragten, Professorinnen, Lehrkräften für besondere Aufgaben, Privatdozentinnen, Promovierenden, PostDocs und Wissenschaftlichen Hilfskräften – in Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen vertreten wir die Interessen der Beschäftigten im Bereich der Wissenschaft. Gemeinsam mit den studentischen Beschäftigen kämpfen wir für gute Arbeit in der Wissenschaft!

NGAWiss und TVStud vor der HRK – November 2017

Mit dem Wintersemester 2018/19 wurden zahlreiche studentische Beschäftigte der HU entlassen, die bisher mit wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Aufgaben betraut waren. Ihre Arbeit bildete das Rückgrat der Universitätsbibliothek, des Computer- und Medienservices, der Studienberatung und der Fakultätsverwaltungen. Seit Januar 2017 hat der Personalrat der studentischen Beschäftigten (PRstudB-HU) darauf hingewiesen, dass in diesen Bereichen Beschäftigte nicht-wissenschaftlichen Tätigkeiten nachgehen und sie daher einen Anspruch auf eine angemessene Entlohnung nach dem TV-L haben. Nachdem eine studentische Beschäftigte erfolgreich klagte und vom Landesgericht Berlin in den Tarifvertrag der Länder (TV-L) eingruppiert sowie entfristet wurde, reagierte die Universitätsleitung mit einem „Antragsstopp“, was zur Folge hatte, dass bei betroffenen Studierenden die Verträge nicht verlängert wurden sowie Neueinstellungen und Aufstockungen von Stunden nicht getätigt wurden. Somit wurden studentische Beschäftigte faktisch über Nacht auf die Straße gesetzt. Dieser „Antragsstopp“ wurde von Äußerungen der Universtitätsleitung begleitet, dass der Personalrat der studentischen Beschäftigten diese Entlassung selbst zu verantworten habe. Zu diesen Vorwürfen hat der PRstudB-HU Stellung bezogen.

Wieso hat sich die HU zu so einer drastischen und dilettantischen Maßnahme entschieden? Mit den Entlassungen hat sie zahlreiche Arbeitsabläufe gestört, die sich etwa in Schließtagen der Bibliothek in höchst destruktiver Weise niederschlagen. Ist diese massenhafte Entlassung die Antwort der Universitätsleitung auf den erfolgreichen Arbeitskampf der studentischen Beschäftigten in Berlin?

Im Jahr 2017 und 2018 haben die Studierenden der Berliner Hochschulen gemeinsam in zwei Streikphasen und zähen Verhandlungen erfolgreich für die erste Erhöhung ihres Arbeitslohnes seit 2001 (!) gekämpft. Nicht nur der Abschluss eines studentischen Tarifvertrags machte den Erfolg aus, sondern auch eine stufenweise Erhöhung des Stundenlohns, die Angleichung des Lohns der studentischen Beschäftigten an den TV-L, die Erweiterung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und die Erhöhung des Urlaubsanspruchs ab 2019.

Worauf auch immer die Entlassung der studentischen Beschäftigten zurückzuführen ist – die Unfähigkeit der Universitätsleitung in der Personalentwicklungspolitik oder eine Strategie der Einschüchterung: Wir solidarisieren uns mit den studentischen Beschäftigten und den Personalrät*innen der HU! Wir fordern ein Ende von #Lohndumping, #Kettenbefristungen und #Tarifflucht an Hochschulen.

Verkündung der Exzellenzcluster am 27.09.2018

Exzellenz für wenige oder gute Beschäftigungsbedingungen für alle?

Als die Exzellenzinitiative noch nicht als Exzellenzstrategie auf Dauer gestellt war, hat man bemerkt, dass sie die Arbeitsbedingungen des sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchses keineswegs verbessert. In der offiziellen Evaluation des Programms werden die entsprechenden Grundprobleme im deutschen Hochschulsystem präzise benannt. Prekäre Beschäftigung breitet sich aus, und am Ende herrscht eine ‘Flaschenhalsproblematik’: existenzielle Konkurrenz um die wenigen professoralen Dauerstellen.

Zur ausführlichen Kritik von NGAWiss am Exzellenzdogma
Zur NGAWiss-Pressemitteilung (vom 26.09.2018)

Die Exzellenzstrategie verschleiert die Grundprobleme der mangelnden Finanzierung von For­schung und Lehre, sie vertieft absichtsvoll bereits bestehende Gefälle zwischen einigermaßen forschungsfähigen und mit Lehre und Verwaltung überlasteten Standorten, sie setzt besonders junge Forschende einem absurden Konkurrenzdruck aus, sie engt die Themen vielversprechen­der Forschung unnötig ein, und sie ist die Spitze einer gewaltigen Fehlallokation öffentlicher Mittel in Wettbewerbe statt Grundfinanzierung.

Nötig wäre das genaue Gegenteil dieser Tendenzen und Orientierungen. Die Spitzenleistungen, die das deutsche Wissenschaftssystem erbringen soll, sind nur von guten Arbeitsbedingungen für alle seine Mitglieder zu erwarten. Denn was unter den Bedingungen permanenten Wettbe­werbs gefördert wird, läuft auf das kurzfristig und prestigestrategisch angelegte Produzieren von “Sichtbarkeit” hinaus, also auf hektische Fleißarbeit für viel gelesene Zeitschriften und einnahmeträchtige Projektanträge. Was ein so strukturierter Wissenschaftsbetrieb nicht ge­währt, sind die Unabhängigkeit und Sicherheit, die es braucht, um langfristig originelle For­schungsansätze zu entwickeln, die allein echte Fortschritte darstellen.

 

Keine Exzellenz ohne faire Arbeitsbedingungen

Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft & GEW-Sachsen

Pressemitteilung vom 26.09.2018

Morgen, am 27.9.2018, werden die „Gewinner“ in einer neuen Runde von geförderten Exzellenzclustern verkündet. Diese Cluster sind Voraussetzung für eine Bewerbung als Exzellenzuniversität im Rahmen der neuen Auflage einer Exzellenzinitiative. Mit der nun so genannten Exzellenzstrategie wird jedoch eine Politik weitergeführt, die maßgeblich für die personalpolitische Misere an den Universitäten mit ca. 90 % befristeten Mittelbaustellen verantwortlich ist.

Die Hochschulfinanzierung in Deutschland ist geprägt durch immer wieder mit öffentlichen Geldern neu aufgelegte befristete Drittmittelprogramme. Dazu gehört auch die Exzellenzstrategie als eine Art symbolischer Krönung. Mathias Kuhnt von NGAWiss: „Diese Drittmittel, auf die die Universitäten durch ihre mangelhafte Grundfinanzierung angewiesen sind, sind immer wieder befristet und daher auch die damit finanzierten Stellen. Dies macht es den Universitäten teilweise unmöglich, langfristige Personalplanung und -entwicklung zu betreiben.“ David Jugel, stellvertretender Vorsitzender der GEW Sachsen aus dem Bereich Hochschule und Forschung ergänzt: „Das Prinzip des Hire-And-Fire, das an den Universitäten vorherrscht, hat natürlich Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit, egal, wie motiviert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind.“ Daher ist die Exzellenzstrategie des Bundes sowohl hinsichtlich des Ziels exzellenter wissenschaftlicher Arbeit als auch nachhaltiger Personalpolitik kontraproduktiv. Auf Anfrage ließ auch der StuRa der TU Dresden seine Kritik an der Exzellenzstrategie verlauten. Nathalie Schmidt,
Geschäftsführerin Hochschulpolitik dazu: „Es wird hier viel Geld in Spitzenforschung gesteckt, während die Lehre keinen entsprechenden Stellenwert zu haben scheint. Die Hochschulen müssen dringend ausfinanziert werden, um gute Studienbedingungen zu gewährleisten, dazu zählen ganz klar auch sichere Stellenverhältnisse und intakte Infrastruktur.”

Allerorts werden die ausufernden Befristungen an deutschen Hochschulen beklagt.
Dem wollte die Bundesregierung mit der Novellierung des Wissenschaftszeit-vertragsgesetzes begegnen, was nicht mehr als ein Herumdoktern an Symptomen darstellt. Gleichzeitig wird jedoch mit der Exzellenzstrategie eine Politik der kurzatmigen Projektfinanzierung fortgeführt. „Wenn Bund und Länder die Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen wirklich verbessern wollen, müssen sie hier umsteuern und öffentliche Gelder statt für Projektfinanzierungen lieber für die Grundfinanzierung der Hochschulen verwenden“, so Mathias Kuhnt. „Hier besteht völlige Einigkeit mit der GEW” fügt David Jugel hinzu.

Für Rückfragen steht Ihnen unser Kollege zur Verfügung:

Mathias Kuhnt – TU Dresden
Mobil: 0176 2059 0002
Mail: email hidden; JavaScript is required

Aufruf zur #unteilbar-Demo am 13.10.2018

Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) unterstützt den Aufruf des #unteilbar-Bündnisses für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit, für eine freie und vielfältige Gesellschaft. Überall auf der Welt gehören gerade auch Wissenschaftler*innen zu den Opfern einer Politik der Profitmaximierung und nationalen Abschottung. In der Türkei zwingt der Autoritarismus tausende Intellektuelle ins Exil – wenn sie nicht schon im Gefängnis sitzen. Und auch Ungarn ist ein Beispiel dafür, wie eine rechte Regierung in geradezu faschistischer Manier Denk- und Handlungsspielräume einschränkt (z. B. durch die geplante Abschaffung der Gender-Studies-Studiengänge). Der Brexit erschwert zudem den transnationalen Wissenstransfer und -austausch. Darüber hinaus sind auch in Deutschland Strömungen im Aufwind, die keinerlei Interesse an sachlichem Diskurs haben. Gleichzeitig wird Bildung zur Ware gemacht und soziale Exklusionsmechanismen sind gerade im Wissenschaftsbetrieb allgegenwärtig. Dagegen wehrt sich NGAWiss. Für demokratische Hochschulen in einer offenen Gesellschaft!

Wir unterstützen #unteilbar, weil:

– sich unabhängige wissenschaftliche Arbeit und eine demokratische Gesellschaftsordnung wechselseitig bedingen,

– wir uns als Wissenschaftler*innen in gesellschaftlicher Verantwortung sehen: Wir stehen ein für Humanität , Menschenrechte, inklusive Religionsfreiheit (sowie der Freiheit des Individuums und des Staates, frei von Religion zu sein).

– wir Wissenschaft und Bildung als Beitrag zu einer Verbesserung der Lebensverhältnisse in einer umfassenden, globalen Perspektive betrachten, der nicht nur theoretische Überlegungen, sondern auch praktisches Handeln erfordert.

NGAWiss schließt sich dem Aufruf von #unteilbar an, am 13. Oktober 2018 für die Sicherung demokratischer und solidarischer Lebensverhältnisse auf die Straße zu gehen und in unseren jeweiligen Lebensumfeldern aktiv und solidarisch dafür einzutreten.

27.09.2018 DVPW-Nachwuchspanel

Thema: Departments – Strukturreformen für eine bessere Beschäftigung?

Donnerstag, 27.9.18, 16:00 – 17:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Max Horkheimer Str. 4
Seminarhaus, Seminarraum SH 2.102

Der Vorschlag, Departmentstrukturen an deutschen Hochschulen einzuführen, hat die wissenschaftspolitische Debatte in den vergangen Jahren in Schwung gebracht. Die innere Organisation von Fakultäten und Lehrstühlen wurde so als Ansatzpunkt für die Verbesserung prekärer wissenschaftlicher Beschäftigungsverhältnisse sichtbar gemacht. Departments sollen durch die unbefristete Anstellung von promovierten Wissenschaftler/innen und die Gleichstellung der promovierten Beschäftigten in den Entscheidungsgremien gekennzeichnet sein (Abkehr vom Lehrstuhl-Modell). Mehrere Initiativen treiben diese Debatte voran, an einigen Hochschulen wurden bereits erste Schritte in Richtung Departmentstruktur unternommen. Dabei ist festzustellen, dass sich die Umsetzungs- und Ausgestaltungsideen erheblich unterscheiden, gerade wenn man auch die im Ausland schon lange etablierten Varianten berücksichtigt. Das Panel bringt führende Akteur/innen der Department-Debatte zusammen, um Erwartungen und Umsetzungsideen kritisch zu diskutieren, bisherige Erfahrungen im In- und Ausland abzugleichen und mögliche Nachteile zu reflektieren. Ziel ist es, Chancen und Risiken von Departmentstrukturen im deutschen Kontext abzuwägen.

Podiumsteilnehmer/innen

  • Fabian Frenzel (University of Leicester)
  • Tilman Reitz (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Jule Specht (Humboldt-Universität zu Berlin, Mitglied der Jungen Akademie)
  • Arndt Wonka (Bremen International Graduate School of Social Sciences, Bremen)
  • Jutta Hergenhan (Zentrum für Medien und Interaktivität, Gießen; ​Moderation​ )

Protokoll Bundesweites Netzwerktreffen 1.-2. Juni 2018

Hier geht’s zum ausführlichen Protokoll des ganzen Treffens: LINK

Das Netzwerktreffen hatte einen doppelten Zweck: Einerseits sollte diskutiert werden, wie sich NGAWiss zum Streik als einem Hauptinstrument der Beschäftigtenpolitik verhält bzw. wie der Weg zur Streikfähigkeit aussehen kann, zum anderen sollte die Vielfalt unserer konkreten Organisations- und Aktionsformen gesichtet und ergänzt werden. Im ersten Bereich herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass Streikfähigkeit ein wichtiges (Zwischen-)Ziel ist und, wie andere Länder zeigen, auch erreicht werden kann; zum Weg, der bei uns noch lang sein zu sein scheint, wurden unterschiedliche Auffassungen geäußert. Sollten wir angesichts der Erfolge von Bildungsstreik bis TVStud-Streik unmittelbar eine Verbindung von Studierenden- und Beschäftigtenpolitik anstreben? Wie wichtig ist die Verbindung des wissenschaftlichen und des nichtwissenschaftlichen Personals an den Hochschulen? Wie kann die gewerkschaftliche Organisiertheit der wissenschaftlichen Beschäftigten so gestärkt werden, dass ihre Interessen auch in den Tarifverträgen der Länder und des Bundes auftauchen? Welche Ziele, z.B. Dienstvereinbarungen an den Hochschulen, kann ein organisierter Mittelbau bestenfalls bereits ohne Streik erreichen? Der weiterführende Aspekt dieser offenen Fragen ist, dass sie Handlungsrichtungen anzeigen: Mit den Studierenden kooperieren, in die Gewerkschaften und (wo möglich) die Personalvertretungen gehen, auf lokale Verbesserungen hinarbeiten. Die Projektphase des Vernetzungstreffens hat es ermöglicht, die weitergehende Vielfalt, die öffentliche Darstellung und die (mikro-)politische Koordination solcher Schritte genauer zu beleuchten und voran zu treiben. NGAWiss will verstärkt daran arbeiten, die Gründung lokaler und fachgesellschaftlicher Mittelbauinitiativen organisatorisch und institutionell zu unterstützen; im Gespräch mit GEW, ver.di und anderen Gewerkschaften soll eine Rahmenstrategie für die befristet Beschäftigten an den Hochschulen entstehen (Wir sind die 90%!); wir wollen eine eigene Finanzierungsstruktur aufbauen und unsere digitale Vernetzungsstruktur ausbauen; zentrale hochschulpolitische Fehlentwicklungen von der Exzellenzstrategie bis zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz wollen wir, gestützt auf systematisch entwickelte eigene Wissensbestände, öffentlichkeitswirksam angreifen. Wenn wir Streikfähigkeit erreichen, wird sie also von einer Reihe weiterer Kompetenzen organisierter Interessenvertretung flankiert sein.


Aus den temporären AGs haben sich folgende langfristige Aktions- und Netzwerks-AGs konstituiert, Einbringen + Beteiligung äußerst erwünscht!!!

AG Wiki/Gründungsleitfaden (Verantwortlich: Ruben Schenzle)

Es geht um die Frage, wie ein Leitfaden entwickelt werden kann, der informiert, wie man lokale Initiativen an den Uni-/Hochschulstandorten gründen kann.

AG Instagram/Social Media (Verantwortliche: Heike Kanter) bzw. AG Blog/Social Media (Verantwortliche: Jule Kühn)

Weniger eine AG, sondern verantwortliche Personen, die die verschiedenen Medien- und Informationskanäle bedienen und sich über Unterstützung freuen. Zudem soll u.a. eine Rubrik geben, unter der Beschäftigte aus ihrem Arbeitsalltag berichten können – wie eine Selbsthilfegruppe.

AG Argumentationshilfe/-leitfaden (Verantwortliche: Sandra Janßen)

Es soll eine Handreichung für alle Gelegenheiten erstellt werden, bei denen wir unser Anliegen verteidigen (öffentliche Auftritte, Gründung einer Ini, Gespräch mit Chef/in usw.), um uns alle einerseits schnell in die Lage zu bringen, differenziert und fundiert zu argumentieren, andererseits dafür zu sorgen, dass wir das einheitlich und auf dem aktuellen Stand der Fakten tun.

AG Vereinsgründung (Verantwortliche: Jutta Hergenhan + Ulrike Stamm)

Hier ist die Frage, wie man einen gemeinnützigen Verein gründen kann. Die Gemeinnützigkeit wurde zweimal nicht anerkannt.

AG Internationales (Verantwortliche: Britta Ohm, Hanna Hilbrandt + Florence Vienne)

Hier wird die Frage stellt, wie man NGAWiss internationalisieren kann.

AG Rahmenstrategie/Masterplan (Verantwortliche: Stefanie Graefe, Peter Ulrich, Jule Kühn)

Auf dem Treffen hing deutlich sichtbar ein Transparent mit dem Slogan “Wir sind die 93 %” an der Wand (befristeter Mittelbau). Dessen Pointiertheit und potenziell gute Kampagnenfähigkeit wurde zum Ausgangspunkt einer Diskussion über eine mögliche “Rahmenkampagne”. Der Slogan wurde zwar beiseitegelegt (zu wenig inklusiv, bezieht weder Studis noch Lehrbeauftrage usw. mit ein), aber der Gedanke weitergesponnen. Ziel der “Rahmenstrategie” soll es sein, wichtige Akteure, die sich für gute Arbeit in der Wissenschaft einsetzen, die aber nicht ausschließlich spannungsfrei zusammenarbeiten, zukünftig unter einem Dach zu vereinen. Dies könnte ein Hashtag, ein Slogan, eine gemeinsame Kernforderung oder anderes sein, worauf sich NGAWiss, GEW, ver.di und vielleicht noch andere bei all ihren Aktivitäten positiv beziehen könnten. Dies gäbe uns gemeinsame Sichtbarkeit, zunächst ohne die einzelnen zu konkreter dauerhafter Zusammenarbeit zu verpflichten. Diese sollte aber perspektivisch schon daraus resultieren wie auch der Einbezug weiterer Akteure. Eine Einladung zu einem ersten gemeinsamen Treffen wird im Herbst erfolgen.

AG GegenEVA WissZeitVG/ExStra (Verantwortlich: Tilman Reitz)

Zur Verkündung der ExStra-Cluster sollen Aktionen auf gleichzeitigen Konferenzen stattfinden; das WissZeitVG soll in einer langfristigen Kampagne kritisiert werden. Die AG will ein Raster für eine Erhebung bzw. mehrere Anfragen entwickeln, die die Situation an verschiedenen Institutionen erfassen soll. Zugleich wird überlegt, wie die Argumentation gegen das WissZeitVG organisiert und öffentlich gemacht werden kann.

AG How to access NGAWiss (Verantwortliche: Kathrin Meißner)

Erarbeitung und Verbesserung des Erst-Zugangs und Einstiegs ins Netzwerk via Webseite

AG Lehrbeauftragte (Verantwortliche: Hannah Schilling)

Hier wurde über die Problematik der LBA diskutiert, da hier noch schlechtere Bedingungen als für den Mittelbau existieren.

AG Materialien/Flyer, Postkarten, etc. (Verantwortliche stehen bisher aus!)

Es sollen als Unterstützung lokaler + bundesweiter Aktionen netzwerkübergreifende Slogans/Kampagnen kurz und prägnant als „eye catcher“ auf Postkarten, Flyer, etc. produziert werden, um einen bundesweiten Wiedererkennungswert und eine größere öffentliche Reichweite zu erzeugen.


Hier geht’s zum ausführlichen Protokoll des ganzen Treffens (23 Seiten): LINK

Pressemitteilung 13.06.2018

Bundesweiter Aktionstag gegen Bildungsausschlüsse

Das Protestbündnis Lernfabriken … meutern! ruft für morgen, den 13. Juni zum bundesweiten Aktionstag gegen soziale Ausgrenzung im Bildungswesen auf. Im Rahmen unterschiedlicher (Protest)Aktionen werden in mehreren deutschen Städten (u.a. Freiburg, Köln, Frankfurt, Lüneburg, Berlin, Essen) verschiedene Facetten und Mechanismen sozialer Ausgrenzung thematisiert. An den Aktionen beteiligen sich sowohl Studierende und Schüler*innen, als auch studentische Beschäftigte, Lehrer*innen und Angehörige des wissenschaftlichen Mittelbaus.

Isabel Schön, Aktivistin und Studentin aus Freiburg: „In Deutschland werden weite Teile der Gesellschaft von Bildung und Wissenschaft ausgegrenzt. So hängt der Zugang zu „höheren“ Bildungseinrichtungen hierzulande stark von dem Bildungsgrad der Eltern ab. Die Chance von Akademiker*innenkindern eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen ist fünfmal so hoch, wie die von Kindern aus einem nicht-akademischen Elternhaus. Diese Benachteiligung verstärkt sich weiterhin, wenn es um das Erlangen eines Abiturs, und das  Abschließen eines Studiums geht. Wir wollen soziale Ausgrenzungen im Bildungswesen anprangern und veranstalten in Freiburg eine Kundgebung, auf der viele verschiedene Betroffene zu Wort kommen.“

Laura Haßler streikt mit TV Stud Berlin seit Monaten für einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte in Berlin. Am 13. Juni findet auch dort eine Streik-Demonstration statt. „Ein weiterer Aspekt der sozialen Ungerechtigkeit sind die hohen privaten Kosten, die Bildung in Deutschland mit sich bringt. Bildungsgebühren, die hohen Kosten der Studienfinanzierung und gegebenenfalls Nachhilfe sind nicht für alle bezahlbar. Nebenjobs sind da eine Notwendigkeit. Dass diese dann allerdings nicht ernst genommen und schlecht bezahlt werden, macht die Sache besonders prekär. Hier in Berlin weigern sich die Hochschulen, den Tarifvertrag studentischer Hilfskräfte nach siebzehn Jahren endlich der Inflation anzugleichen. Daher fordern wir, dass das Gehalt von studentischen Beschäftigten an den Tarifvertrag der Länder (TV-L) gekoppelt wird.”

Ruben Schenzle vom Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss): “Im Wesentlichen basiert die unterfinanzierte Hochschule auf der Ausbeutung ihrer Mitarbeiter*innen. Bessere Lernbedingungen hängen eng mit den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen für die Lehrbeauftragten und Dozierenden zusammen. Mehr Grundfinanzierung für die Hochschulen ist die Voraussetzung, um Dauerstellen für Daueraufgaben in der Lehre zu schaffen.“ In dem bundesweiten Netzwerk haben sich 27 Basisinitiativen des akademischen Prekariats zusammengeschlossen, die sich mit dem dezentralen Aktionstag solidarisieren.

Nathalie Schäfer, Vorstand des freien zusammenschlusses von student*innenschaften (fzs): „Alle wissen, dass diese Probleme sozialer Ausgrenzung sehr früh in der Schule beginnen, wenn die Schüler*innen nach der vierten Klasse in verschiedene Schulformen einsortiert werden. Soziale Ausgrenzung würde verringert werden, wenn ein Studium ohne Schulden finanzierbar wäre. Eine sofortige Erhöhung des BAföGs und eine Umwandlung zum elternunabhängigen Vollzuschuss ist dringend nötig. Auch die Probleme zu hoher Mieten und zu wenig verfügbaren Wohnraums müssen effektiv angegangen werden.“

Um diese Wohnungsnot, volle Kurse und mangelnde Finanzierung konkret anzugehen, wird es im Herbst Protestcamps und Vollversammlungen in mehreren Städten geben. Angesichts von Lehrer*innenmangel und geringer Ausbildungsvergütung sind das Probleme, die sich über das gesamte Bildungssystem hinwegziehen. In Essen findet jetzt schon am 13. Juni ein Camp gegen Wohnungsnot statt. Weitere Aktionen wird es in Frankfurt, Köln und Lüneburg geben.

Für Rückfragen:

Zur Pressemitteilung: http://www.fzs.de/2018/06/12/bundesweiter-akt…ungsausschluesse/

Bei Rückfragen:

Sandro Philippi
email hidden; JavaScript is required
0178 2324494

Habib Rezaye
0173 9036857

Ruben Schenzle
email hidden; JavaScript is required
015 773 268 663

Nathalie Schäfer:
email hidden; JavaScript is required
0151-20942563

Tobias Eisch:
email hidden; JavaScript is required
0157-72532231

Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft solidarisiert sich mit dem Streik von TV-Stud

Diese Solidarisierung ist nicht nur eine Geste, sondern auch eine Notwendigkeit. Der dritte Warnstreik hat wieder einmal gezeigt: Ohne die Arbeit der studentischen Beschäftigten katapultieren sich die Hochschulen ins vordigitale Zeitalter zurück. Geschlossene Bibliotheken, ausfallender IT-Support, stockende Lehre – all das sind schwerwiegende Entbehrungen für ein funktionierendes Wissenschaftssystem.

Studentische Beschäftigte der Hochschulen und der akademische Mittelbau sind im Zuge der Neoliberalisierung des Wissenschaftsbetriebs von vergleichbaren Formen der Prekarisierung betroffen – Kurzzeit-Befristung und unangemessene Entlohnung. Zudem waren die studentischen Beschäftigten entsprechend dem TV-Stud II seit 2001 ausgeschlossen von der Dynamisierung der Tarifverträge (TV-L), was sich nicht nur in einer Stagnation ihrer Löhne, bei steigenden Lebenshaltungskosten, sondern auch in weniger Urlaubstagen für studentische Beschäftigte im Vergleich zu anderen Beschäftigten der Hochschulen niederschlägt. Außerdem wurden ihnen seit 2004 die Jahressonderzahlungen vorenthalten. Dass sie diese offene Diskriminierung in eine Mobilisierung zum Streik und wiederholte Verhandlungsrunden übersetzen konnten und sie ihre Forderungen unbeeindruckt souverän vertreten, verdient unsere Solidarität und unseren Respekt. Die von TV-Stud geforderte Bindung an die Dynamisierung des TV-L entspricht nicht nur einer angemessenen Wertschätzung der unverzichtbaren Arbeit, die studentische Beschäftige alltäglich an den Hochschulen leisten – sie ist auch Grundlage für ein gemeinsames Eintreten für gute Arbeit in der Wissenschaft in zukünftigen Tarifrunden.

NGAWiss – das sind zum jetzigen Zeitpunkt bundesweit 27 Initiativen, die sich gemeinsam gegen entwürdigende Arbeitsbedingungen an den Hochschulen einsetzen. Das schnelle Wachstum des Netzwerks ist als ein unmissverständliches Zeichen zu verstehen, dass die Grenzen des Akzeptablen deutlich überschritten sind.

Wir fordern vor diesem Hintergrund die Berliner Hochschulleitungen nachdrücklich dazu auf, eine angemessene, d. h. an die allgemeine Lohnentwicklung im Öffentlichen Dienst angeglichene tarifliche Entlohnung aller studentischen Beschäftigten, sowie eine Abkehr von den üblichen „Stückel-Verträgen“ in diesem Bereich voranzubringen. Ebnen Sie endlich den Weg für eine zukunftsfähige Personalentwicklung jenseits existenzieller Unsicherheiten!

#academicsunite – gemeinsam für gute Arbeit in der Wissenschaft!

Netzwerktreffen 1./2. Juni 2018

Wie streikfähig werden?

Bundesweites Vernetzungstreffen
des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft
(NGAWiss)

1./2. Juni 2018 | Berlin

Freitag, den 1. Juni 2018 im

Aquarium/Südblock (Fr., 1.6.)
Skalitzer Straße 6
10999 Berlin

Samstag, den 2. Juni 2018 im

ver.di Landesverband Berlin-Brandenburg (Sa., 2.6.)
Köpenicker Straße 30
10179 Berlin

#academicsunite – Kommt zum vierten bundesweiten Vernetzungstreffen des Netzwerks für gute Arbeit in der Wissenschaft am 1./2. Juni nach Berlin!

Vorläufiges Programm

Freitag, 1.6.2018

14-15 Uhr        Begrüßung und Neues aus dem Netzwerk

Themenschwerpunkt 1: Organisationsaufbau

15-15.30 Uhr   Einführung zu NGAWiss: Ziele und Strukturen

15.30-16 Uhr   Kaffee-/Teepause

16-17.15 Uhr   parallele Arbeitsgruppen zu Vernetzung,
Arbeitsteilung, Aktivierung und weiteren Themen

17.15-18 Uhr   Ergebnissicherung im Plenum

18.30-20 Uhr  Öffentliche Podiumsdiskussion

“Ist das deutsche Wissenschaftssystem streik(un)fähig? Reflexionen und Blicke auf  Protestaktionen in verschiedenen Ländern”

Diskutierende: Peter Grottian (Berlin), Kolja Lindner (Paris), Nicole Wolf (London), Rosa Ryczko (TVStud)

ab 20 Uhr   Gemütlicher Teil


Samstag, 2.6.2018

Themenschwerpunkt 2: Strategieentwicklung – Wie werden wir mehr, sichtbarer und konfliktfähiger?

10-10.30 Uhr      Einführung und gemeinsame Schwerpunktsetzung
der AGs

10.30-11.45 Uhr parallele Arbeitsgruppen

11.45-12 Uhr      Pause

12-13 Uhr           Ergebnissicherung der AGs im Plenum

13-14 Uhr           Mittagspause 

Themenschwerpunkt 3: Aktionsplanung – Wie können wir konkret vorgehen?

14-14.30 Uhr       Einführung und gemeinsame Schwerpunktsetzung
der AGs

14.30-15.45 Uhr  parallele Arbeitsgruppen

15.45-16.15 Uhr  Kaffee-/Teepause

16.15-16.30 Uhr  Projektmarkt

16.30-17.30 Uhr Ergebnissicherung der AGs im Plenum und
Abschlussdiskussion


Wir bitten um Anmeldung per Mail: email hidden; JavaScript is required

Kinderbetreuung wird bereitgestellt, Bedarf bitte per Mail bis zum 18.05. angeben.

Auf Anfrage übernehmen die Bezirksstellen Eurer Gewerkschaften i.d.R. die Fahrtkosten.

in Kooperation mit

Solidaritätsnote an tvstud

Der Druck entweicht nach oben – endlich!

(Die Rede wurde leicht abgeändert am 16.1.2018 auf der Warnstreik-Kundgebung am Bebelplatz gegenüber der HU gehalten)

Es ist in besonderem Maße beeindruckend, wie ihr euch als SHKs mit Entschiedenheit, politischer Klugheit und Mut euer Recht auf Streik nehmt. Dafür gebührt euch neben Respekt und Bewunderung auch ausdrücklich Solidarität.

Das gilt umso mehr angesichts der unverschämten Drohungen einzelner Hochschulen wie der FU Berlin die sich über euer Grundrecht zu streiken, hinwegzusetzen versucht. Solche Drohungen sind nichts Neues. Anlässlich einer Aktion von NGAWiss gegen prekäre Beschäftigung auf der Hochschulrektorenkonferenz im vergangenen November in Potsdam hieß es intern im Kreise der Hochschulrektor*innen (die ZEIT berichtete darüber), unsere Plakate, Slogans und Forderungen seien lächerlich; wer an der Universität keinen ordentlichen Vertrag erhalte, müsse halt gehen. Dass ein Rektor, der bis zu 150’000€ im Jahr verdient, auf solch hohem Ross sitzt, verwundert kaum.

Eine Erfahrung ist aber auch: Die Autorität so mancher Statthalter*innen des Systems ist angesichts hartnäckiger Aktionen von unten schon in sich zusammengefallen. Darum halte ich es mit den Worten eines US-amerikanischen Gewerkschafters, der bereits vor 100 Jahren wusste: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft ist eine Gruppe von Lehrbeauftragten und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, Promovierenden und PostDocs, Privatdozent*innen und auch ein paar Professor*innen. Wir kämpfen wie ihr für gute Arbeitsbedingungen an deutschen Universitäten und sind darum solidarisch mit euch und euren Forderungen. Viele unserer Kolleg*innen, die noch immer passiv bleiben, könnten und sollten eure Aktion zum Vorbild nehmen, selbst streikfähiger zu werden. Daran arbeiten wir. Und wie mühsam scheint das manchmal in diesem Land, in dem gerade Arbeitende an Hochschulen Streiks für das Relikt einer lange vergangenen Epoche zu halten scheinen. Es sind dieselben, die im Jargon einer noch länger vergangenen Epoche vom ‚Dienst’ statt vom ‚Job’ sprechen und sich Verbesserungen von brav bittenden Sonntagsreden an die Professor*innen und Rektor*innen erhoffen. Ihr brecht damit und zeigt: Es geht auch anders!

Gemeinsam, kollektiv und solidarisch kämpfen…

Endlich, muss man mit Blick auf die Geschichte sagen: Denn der bisherige Tarifvertrag der studentischen Beschäftigten in Berlin ging auf den sogenannten Tutor*innenstreik an der TU im Jahre 1986 zurück. Erst 2013 machten in Jena streikende studentische Beschäftigte mit der Forderung nach Urlaub auf sich aufmerksam. Im Jahr 2015 kämpften Studierende der Goethe-Universität in Frankfurt am Main für bessere Arbeitsbedingungen. Seit letztem Jahr ist endlich Bewegung in den Arbeitskampf gekommen: Ihr habt innerhalb kürzester Zeit in Zusammenarbeit mit GEW und ver.di geschafft, streikfähig zu werden. Herzlichen Glückwunsch und Respekt für diesen Streik!

Wir von NGAWiss. haben es im Jahr 2017 immerhin endlich geschafft, uns als Mittelbau der Hochschulen und Forschungseinrichtungen bundesweit zur organisieren und nachhaltig Kritik an den Arbeitsbedingungen in Wissenschaft und Lehre zu üben. Wir haben uns insbesondere organisiert, um gegen Prekarität und Befristung von Jobs zu kämpfen.

Wisst ihr, dass an vielen Unis über 50% von uns nur für 1 Jahr oder weniger angestellt sind? Schon im folgenden Jahr sind viele von uns an einer anderen Uni beschäftigt – oder arbeitslos.

Liebe Hochschulleitungen, verratet uns: Wie sollen wir unter diesen Bedingungen gute Arbeit leisten und Kontinuität in der Lehre gewährleisten? Und wie sollen Universitäten nicht nur ein Ausbildungsort, sondern ein Raum der Bildung, besser noch: ein Raum der gesellschaftskritischen Bildung sein, wenn dort studentische Hilfskräfte forschen und lehren, assistieren, Labors am Laufen halten, transkribieren, Literaturrecherchen machen – und dafür in keiner Weise angemessen bezahlt werden?

… für Selbstorganisation und kritische Bildung

Und was antworten sie, in den heutigen, neoliberalen unternehmerischen Hochschulen? Sie antworten: „Hab ich keinen Plan, dann schaff ich mir nen Hiwi an. Die sind billig und willig und flexibel einsetzbar, nicht zuletzt in der Verwaltung und als Kopierassistent*innen.“

Weil die meisten Professor*innen, Hochschulleitungen und Regierungsparteien keinen Plan und wohl auch gar nicht das Ziel haben, längerfristige Personalplanung zu betreiben, Mittelbaustellen zu entfristen und Arbeit angemessen zu bezahlen, sind wir alle derart überlastet, dass versucht wird, diese Überlastung nach unten weiterzugeben: An euch.

Doch sie wissen jetzt: Ihr lasst sie damit nicht mehr durchkommen. Stattdessen gebt ihr den Druck nach oben weiter. Lasst uns, Studierende und Mittelbau-Arbeiter*innen, dabei an einem Strang ziehen. Denn nur so ist es möglich, ein ausreichend starkes politisches Subjekt zu bilden, das sich nicht egoistisch allein für die Interessen des eigenen Berufsstandes einsetzt, sondern gemeinsam kollektiv und solidarisch: Studentische Beschäftigte ebenso wie Lehrbeauftragte, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen ebenso wie Privatdozent*innen. Lasst uns gemeinsam kämpfen für Universitäten, die Freiräume schaffen für Begegnung und für Selbstorganisation, für kritische Analysen und für solidarische Utopien. Das können nur Universitäten sein, an denen studentische Beschäftigte und wissenschaftliche Mitarbeiter*innen in angemessenen sicheren und bezahlten Jobs von ihrer Arbeit leben können.

Daher fordern wir:

Angemessene tarifliche Bezahlung und Mindestvertragslaufzeiten für studentische Hilfskräfte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Regelfall für die Promotion sowie die regelhaft entfristete Beschäftigung für Post-Docs.

Angemessene Entlohnung von Lehraufträgen und Titellehre.

Zu unserem Forderungskatalog….hier lang