Pressemitteilung 05.04.2019

Protest vor dem Bildungsministerium: Wissenschaftler/innen und Gewerkschaften fordern Entfristung

Mit der Verstetigung des Hochschulpakts (HSP) planen Bund und Länder den dauerhaften Einstieg des Bundes in die Hochschulfinanzierung – hinter verschlossenen Türen und ohne sichtbare, öffentlich diskutierte Vision. Das Bündnis „Frist ist Frust“ – getragen vom Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss), der GEW und ver.di, gemeinsam mit vielen anderen wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Organisationen – will dies unbedingt ändern. „Die Mittelvergabe im neuen Hochschulpakt muss jetzt dazu führen, dass für den seit Jahren zunehmend prekär arbeitenden, sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchs nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse entstehen“, sagt Dr. Dr. Peter Ullrich von NGAWiss. Befristungsquoten von über 90% im Mittelbau sowie eine steigende Zahl von Befristungen beim nichtwissenschaftlichen Personal sind nicht länger hinnehmbar. Das Bündnis fordert daher, die jährlich über 2 Milliarden Euro des Hochschulpakts vollständig zur Schaffung von Dauerstellen mit fairer Arbeitslast zu verwenden.

Das BMBF erwägt dem Vernehmen nach bereits in diese Richtung zu gehen, über die Positionen der Länder ist nichts bekannt. „Wir befürchten, dass die Länder wie gewohnt mit einer Mischung aus Absichtserklärungen und faktischer Reformblockade arbeiten“, so Ullrich für das Bündnis, „es ist nun allerhöchste Zeit, ein deutliches Signal für eine auch für die Beschäftigten nachhaltige Hochschulfinanzierung zu setzen.“

Eine aktuell laufende Petition für einen Entfristungspakt hat bereits über 8000 Unterschriften erhalten. Und auch vor den Türen der Entscheidungsträger/innen machen die beteiligten Organisationen, Gewerkschaften und aktiven Wissenschaftler/innen ihr Anliegen für eine vernünftige Lösung mit einer Aktion im Rahmen der für den 5.4. angesetzten Verhandlungen auf Staatssekretärsebene deutlich, u.a. mit Pakt-Man – dem Befristungsfresser, mit dem Zerreißen unserer Kettenverträge und dem traurigen Frist-ist-Frust-Smiley. Dr. Dr. Peter Ullrich dazu weiter: “Die Zeit drängt. Wenn Bund und Länder endlich etwas an der für die Beschäftigten unerträglichen Situation ändern wollen, ist jetzt der richtige Augenblick, den Anfang zu machen.”

Weitere Informationen zur Kampagne: www.frististfrust.net

Für Rückfragen steht zur Verfügung:

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