NGAWiss-Forderungen

Seit einigen Jahren wächst der Protest der Mittelbau-Initiativen, PromovierendenVerbände und anderer Betroffener. Im Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft haben sich im Januar 2017 in Leipzig über 100 Vertreter*innen aus über 30 wissenschaftlichen Einrichtungen und Hochschulen zusammengeschlossen. 
Heute stellt das Netzwerk seine Forderungen für eine umfassende Reform des deutschen Wissenschaftsbetriebs vor. 
Im Einzelnen fordert NGAWiss in dem 7-seitigen Forederungskatalog:
  • Unbefristete Beschäftigungsverträge nach der abgeschlossenen Promotion
  • Die Abschaffung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes
  • Eine angemessene, verlässliche und flächendeckende Grundfinanzierung der Hochschulen
  • Die Abschaffung der Lehrstühle zugunsten demokratischer Strukturen an Fachbereichen und Instituten
  • Die Trennung von Arbeitgeber/in und Betreuer/in der Qualifikationsarbeit
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Regelfall, v.a. auch in der Qualifikationsphase
  • Die angemessene Entlohnung aller Lehrleistungen (v.a. Lehraufträge, sog. „Titellehre“ u.a.)
  • Die Abschaffung der Habilitation als Qualifikationsstufe

Der ausfürliche Forderungskatalog findet sich hier.

 

5 Gedanken zu „NGAWiss-Forderungen

  1. Ich könnte allen Forderungen zustimmten, WENN im gleichen Zug der Verdienst auf das Niveau eines Handwerkers angepasst wird. Das wird vielen nicht gefallen, aber wer einen akademischen Rang erreicht hat, sollte wissen, dass diese Forderungen utopisch sind. So macht sich der Bock zum Gärtner und es gibt keinen Anreiz mehr zu Arbeiten. Das Geld was Universitäten bekommen muss nämlich auch jemand erarbeiten!!!!

    1. Es ist sehr richtig, denn Handwerker und Unternehmer will heute kaum noch jemand werden. Der Mittelstand, der die größten Steuereinnahmen generiert schrumpft, da er mit immer größeren Abgaben belastet wird und im alter sehr schlecht abgesichert ist. Ich stamme aus einer Branche in der das tarifliche Ausbildungsgehalt bei 500€ in Bayern liegt, ein Auszubildender einer Behörde im 1. LJ bekommt hingegen 1000€. Sogesehen ist der der Dumme, der (sorry) wirklich arbeiten geht. Wir exportieren pro Mitarbeiter Waren im Wert von über 100.000€ in das Ausland. Dieses Geld holen wir praktisch nach Deutschland wo es der Staat wieder und wieder versteuern kann. Nun steht die Verlagerung an, da die Abgabenlast so extrem hoch geworden ist, dass es sich nicht mehr lohnt. Erst muss man HIER etwas verbessern um auch langfristig die Finanzen der Universitäten zu sichern.

      1. was hat ein Azubi innerhalb einer Behörde mit den angesprochenen Personen zu tun? Davon ab, handelt es sich bei ihrem Vergleich überhaupt um den selben Beruf?

        Die Personen gehören alle in den Wissenschaftsbetrieb, haben je nach Gruppe schon mindestens 12/13 Jahre Schule + 3/4 Jahre Studium bis zum erstens Abschluss+1-2 Jahre bis zum Master hinter sich. Und sitzten jetzt in Stellen, die zT Teil ihrer Ausbildung sind. Wenns ganz blöd läuft, dann sorgt das WissZG dafür, dass man nach 12 Jahren dann keine Chance hat als Wissenschaftler angestellt zu werden (weil niemand fest anstellt)

        Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Vergleichen müsste man, rein von der Ausbildungszeit her, dann eher mit dem Meister. Da passt das mit dem Einstiegsgehalt (lt. Google) tatsächlich fast…

    2. Und einer Kritik müssen sich Universitäten heute gefallen lassen, bevor SIe mehr Geld fordern: Sie produzieren immer mehr “Fachkräfte” die keiner mehr braucht.

      1. Das greift leider etwas zu kurz. Denn es ist nicht so, dass so und so viele Geistes- und Sozialwissenschaftler Bücher lesend in ihrem Kämmerlein sitzen wollen und dafür fürstlich und unbefristet entlohnt werden wollen. Um das ziemlich komplexe Thema mal für Sie etwas zu vereinfachen: Diese “Fachkräfte”, wie sie so schön abwertend in Anführungszeichen gesetzt haben, sind z.B. in der Regel für die Ausbildung der Lehrer verantwortlich, unterrichten diese aber komplett kostenlos oder für einen Lehrauftrag, der einen realen Stundenlohn von unter 1 Euro bringt. Das klingt erstmal absurd, ist aber an vielen Universitäten leider die Regel. Und dass man “Fachkräfte” benötigt, die Lehrer ausbilden, die wiederum ihre zukünftigen “richtigen” Fachkräfte ausbilden, ist einleuchtend, und dürfte sicher auch nach ihrer Meinung eine Bezahlung rechtfertigen, oder?

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